Literatur
Schwefelkristalle aus der Schmelze in poalrisiertem Licht
Hier finden Sie eine Reihe von Büchern zu den verschiedenen Themen der Mikroskopie, die von den Mitgliedern des MKB genutzt und gerne weiter empfohlen werden.
Besprochene Titel auf dieser Seite:
Die mit einem gelb hinterlegten E gekennzeichneten Bücher sind für Einsteiger in das schöne Hobby der Mikroskopie besonders geeignet.
Mikroskopische Praxis
Botanik, Pflanzenanatomie etc.
Geologie
Histologie / Zoologie
Pharmazie
Protisten, Kleinlebewesen
Wimpertiere - Ciliophora
Pilzmikroskopie
Bildbände - Geschenkideen nicht nur für Mikroskopiker
Das große Buch der Mikroskopie
Bruno P. Kremer
Kosmos 2002,
317 Seiten und 583 Abbildungen, gebunden
ISBN 3-440-08989-4
Neue Auflage 2020 unter ISBN 978-3440168554
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Das Buch gehört griffbereit an den Arbeitsplatz jedes Hobby-Mikroskopikers. :-)
Bruno Kremer gibt in seinem Großen Buch der Mikroskopie genaue Anleitungen zur mikroskopischen Untersuchung der verschiedensten Objekte aus der belebten und unbelebten Natur. Die notwendigen Verfahren zur Gewinnung und Aufbereitung der Proben werde detailliert beschrieben und auch Hintergrundinformationen kommen nicht zu kurz. Ergänzt werden die praktischen Kapitel durch eine kurze Einführung zur Mikroskopie (ohne näher auf die konkrete Handhabung des Arbeitsmittels Mikroskop einzugehen) und eine Umfangreiche Beschreibung von mikroskopischen Arbeitsmethoden und Techniken. Ein Verzeichnis weiterführender Literatur ist ebenfalls vorhanden.
Die Beschreibungen regen zu eigenen Untersuchungen an und vermitteln das dazu notwendige Rüstzeug.
Kapitelübersicht:
- Aufbruch in kleine Welten (Einführung), 11 Seiten
- Erkundung der unbelebten Natur (Kristalle, Dünnschliffe, Schnee- und Reifkristalle, Kunststoffe etc.), 16 Seiten
- An der Schwelle des Lebens (Viren, Bakterien, Cyanobakterien), 17 Seiten
- Die Zelle und ihre Bestandteile (Bauplan der pflanzlichen und tierischen Zelle, Darstellung der Zellbestandteile), 29 Seiten
- Einzeller und andere Protisten (Ein Mal quer durch den Wassertropfen ...), 46 Seiten
- Pilze sind ein Reich für sich (Pilzmikroskopie von den einzelligen Pilzen bis zu den Großpilzen), 22 Seiten
- Pflanzen - kreuz und quer (Der Name des Kapitels ist Programm), 71 Seiten
- Von niederen und höheren Tieren (Ein wenig Histologie), 23 Seiten
- Methodisches und Techniken (Präparationstechniken, Objekte einschließen, Färbe- und Nachweisverfahren), 41 Seiten
- Literatur
- Adressen
- Register
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Faszination Mikroskopie, Band 1
Werner Nachtigall, Jörg Piper, Frank Fox
Hachinger 2020,
189 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, gebunden
ISBN 978-3-87185-556-6
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Der erste Band der auf drei Bände ausgelegten Reihe Faszination Mikroskopie trägt den Untertitel "Grundlagen, Techniken, Anwendungen" und beschäftigt sich sehr gründlich mit dem Mikroskop, seiner Optik und Beleuchtung, dem praktischen Umgang mit dem Gerät sowie der Mikrofotografie und der digitalen Bildbearbeitung. Dabei liefert er, ohne zu tief in die Physik einzusteigen, allgemeinverständlich und sowohl für den Anfänger als auch den Fortgeschrittenen, die benötigten Grundlagen zum Umgang mit dem Mikroskop.
Einen breiten Raum nimmt auch die Beschaffung eines solchen Gerätes in vernünftiger Qualität ein, wobei die Autoren sowohl Neugeräte als auch den Gebrauchtkauf mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen beleuchten. Dabei darf natürlich der Hinweis auf Beratung durch erfahrene Mikroskopiker nicht fehlen.
Ausflüge in die geometrische Optik erklären die Hintergründe, Begriffe wie Auflösungsvermögen und Tiefenschärfe sind eingängig erklärt, die gängigen Beleuchtungs- und Kontrastverfahren werden diskutiert und neben der Zeichnung erhalten auch gestapelte Aufnahmen (Stacking) und Panoramen (Stitching) einen breiten Raum. Natürlich gibt es dabei auch Hinweise zur Adaption und Handhabung verschiedener Kameratypen.
Bei der Beschreibung der mikroskopischen Technik sind die vielen praktischen Tipps und Kniffe der Autoren besonders für den Einsteiger eine wertvolle Hilfe, von der ggf. aber auch fortgeschrittene Anwender profitieren können. Dies gilt insbesondere auch für die Kapitel Mikrofotografie und Bildbearbeitung. Im ganzen Buch merkt man so, dass die Autoren ihre jeweiligen Bereiche von der Pike auf beherrschen.
Ein kleiner Wehrmutstropfen bleibt: es sind zwar die bekanntesten Mikroskopischen Vereinigungen mit den Adressen der jeweiligen Ansprechpartner gelistet, der Link auf die Webseite der Gruppen fehlt jedoch. Wer schreibt heute noch einen Brief zur Kontaktaufnahme, wo doch die im Netz erhältlichen Informationen direkt weiter helfen und mit der EMail ein schnelleres und einfacheres Kommunikationsmittel bereit steht? Natürlich helfen die Suchmaschinen hier aber auch schnell zum Ziel.
Mit der vorliegenden ersten Band wurde nun das Arbeitsmittel Mikroskop und die benötigten allgemeinen Verfahren umfassend dargelegt. Der zweite Band wird sich mit botanischen, zoologischen und geologischen Präparaten beschäftigen und für den dritten Band ist das weite Feld des Lebens im Wassertropfen geplant.
Kapitelübersicht:
- Das Mikroskop, 4 Seiten
- Was sollte ein ausbaufähiges Einstiegsmikroskop bieten? 16 Seiten
- Die Optik, 18 Seiten
- Die Beleuchtung, 64 Seiten
- Einstellung und Durchmustern eines Präparats, 4 Seiten
- Zeichnen und Messen, 11 Seiten
- Mikrofotografie, 30 Seiten
- Bildbearbeitung, 22 Seiten
- Anhänge, 6 Seiten
- Register
- Nachwort
Dem Autor stand ein kostenloses Leseexemplar des Verlages zur Rezension zur Verfügung.
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Faszination Mikroskopie, Band 2
Werner Nachtigall, Jörg Piper, Frank Fox
Hachinger 2022,
182 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, gebunden
ISBN 978-3-87185-595-5
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Der zweite Band der auf drei Bände ausgelegten Reihe Faszination Mikroskopie trägt den Untertitel "Präparation und Mikroskopie von Pflanzen, Tieren und anorganischen Strukturen" und beschäftigt sich dem entsprechend - mit Ausnahme des Lebens im Wassertropfen, dem der dritte Band gewidmet ist - mit all den Dingen, die man sich unter einem Mikroskop ansehen kann. Der Schwerpunkt liegt hier ganz klar auf dem Durchlichtmikroskop und die Zielgruppe bleibt unverändert: das Buch richtet sich gleichermaßen an Einsteiger und fortgeschrittene Mikroskopiker und Mikroskopikerinnen.
Dabei werden zunächst einige Grundlagen z.B. zu Zellen und Geweben, aber auch zu den Schnitt- und Färbemethoden dargestellt. Insbesondere die dann folgenden sehr kurzen Abhandlungen zu einfachen botanischen Färbungen und Dauerpräparaten wirken jedoch etwas aus der Zeit gefallen. So wird z.B. zur Färbung heute oft schwer erhältliche Methylgrünessigsäure empfohlen (S. 20). Ein Verweis auf auch für Einsteiger einfacher erhältliche Etzold-Farblösungen oder Eosin und Methylenblau aus Füllertinte fehlt jedoch. Von den in der Hobbymikroskopie seit einigen Jahren sehr beliebten Wackerfärbungen (zurückgehend auf Robin Wackers W3A) ist auch keine Rede, wobei die dort benötigten Farbstoffe in zumindest Deutschland mittlerweile ebenfalls schwer erhältlich sind.
In der ebenfalls sehr kurzen Beschreibung zur Erstellung von botanischen Dauerpräparaten (S. 21) wird als Fixiermittel ausschließlich Chromessigsäure erwähnt, ohne auf das seit mehr als 10 Jahren gebräuchliche AFE Gemisch (Ethanol, Essigsäure und Formaldehyd: 90:5:5 ml auf 100 ml) einzugehen oder für den Anfang die einfache Ethanolfixierung mit ihren geringen Schwächen anzusprechen.
In beiden Fällen fehlen jegliche Beschreibungen zur Durchführung ("Rezepte"), was in meinen Augen um so schwerer wirkt, da diesmal kein Literatur- oder Linkverzeichnis vorhanden ist, mit dem auf das Fehlende verwiesen werden könnte.
An diesen Beispielen zeigt sich für mich, dass das vorliegende Buch hinsichtlich der botanischen Methodik für den Einsteiger nur bedingt geeignet ist. Zu zoologischen und anorganischen Präparaten mag ich mir aufgrund der mir fehlenden Erfahrung kein Urteil erlauben. Die Empfehlung des Buches geht hier auf den Erwerb fertiger Dauerpräparate, was aus meiner persönlichen Sicht einen großen Teil des spannenden Hobbys Mikroskopie ausblendet.
Gerade in einem Buch, dass inm Untertitel die Präparation voran stellt, hätte ich eine Zusammenfassung und zumindest kurze Beschreibung der aktuellen Verfahren aus der Hobby- oder semiprofessionellen Mikroskopie erwartet, die gerade dem Anfänger den Einstieg erleichtert.
In den Kapiteln zu botanischen und zoologischen Präparaten werden dann die unterschiedlichen Gewebearten der Pflanzenteile und Organe ausführlich beschrieben und anhand von Beispielbildern dargestellt. Diese sind jedoch oft ein wenig zu klein geraten, um gerade als Einsteiger alle Details sauber erkennen zu können.
Im Abschnitt zu anorganischen Strukturen finden sich neben gängigeren Materialien auch Hinweise zur interessanten Mikroskopie von Schneeflocken, Mikrochips und Seifenblasen. Bei den Mikrofossilien (S. 150) wird auf Bezugsadressen im Anhang hingewiesen, der sich im Buch jedoch leider nicht finden lässt: es gibt lediglich ein umfangreiches Sachregister. Eine Anfrage in einem der einschlägigen Mikroskopie-Foren ist aber eine oft kostenlose Alternative.
Im ganzen Band finden sich unzählige ganzseitige Mikroaufnahmen der Autoren von hervorragender Qualität, wie wir sie z.B. auch in den Fotoserien von Frank Fox hier auf der Webseite kennen. Diese machen tatsächlich Lust auf mehr und zeigen, welch faszinierende Welten das Mikroskop zu erschließen vermag. Auch wenn oft Kontrastverfahren zum Einsatz kommen, die dem Anfänger nicht zur Verfügung stehen.
Alles in allem hinterlässt der zweite Band der Reihe Faszination Mikroskopie bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck - gerade im Bezug auf die Zielgruppe der Einsteiger. Während in allen drei Bereichen Grundlagen, Probenahme, Anatomie und zu erwartende Ergebnisse gut beschrieben und bebildert sind, ist die Darstellungen der Methoden, also der Weg von der Probe zum Präparat, in der Regel nur sehr kurz angerissen.
Noch ein kurzer Hinweis zur Qualität der Bindung: diese ist bei der ersten Auflage nahezu unbrauchbar: beim Versuch, eine Seite ganz aufzuschlagen, fürchtet man besonders in der Buchmitte, die Bindung zu beschädigen und losgelassen schnappt das Buch sofort wieder zusammen. Dieser Fehler wird mit einer weiteren Auflage behoben. Hat man ein Exemplar aus der ersten Auflage erhalten, sendet einem der Verlag bei kurzer telefonischer Reklamation kostenfrei Ersatz.
Kapitelübersicht:
- Biologische und präparationstechnische Grundlagen, 34 Seiten
- Pflanzenwelt, 26 Seiten
- Tierwelt, 35 Seiten
- Anorganische Strukturen, 16 Seiten
- Register, 18 Seiten
Den hier besprochenen zweiten Band hat der Autor regulär direkt beim Verlag bestellt.
Reden hilft!
Im Gegensatz zu meinen sonstigen Rezensionen habe ich die oben stehende Bewertung vorab an Frank Fox gegeben, der sie auch an Jörg Piper weitergeleitet hat. In der ausführlichen Antwort wurden einige meiner Anregungen bezüglich botanischer Präparationstechniken aufgenommen und die Korrektur kleinerer Fehler, wie sie in jedem Buch vorkommen, für die nächste Auflage zugesagt.
Insbesondere aber hat sich herausgestellt, dass der von mir vermisste Anhang mit Literaturverzeichnis im ersten Druck seitens des Verlages vergessen wurde. Auch hier ist Abhilfe geschaffen: er soll in der Auflage mit besserer Bindung vorhanden sein.
NEU!
Zwischenzeitlich kann der zur Zeit noch fehlende Anhang zu Band 2 "Literatur und Quellen" hier herunter geladen werden:
Anhang Literatur und Quellen zum hier besprochenen Buch (PDF)
Danke für die Datei und die Freigabe an Jörg Piper.
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Fluorescence Microscopy
From Principles to Biological Application
Ulrich Kubitscheck (Hrsg.)
Wiley-VCH-Verlag, Weinheim
1. Auflage 2013
ISBN 978-3-527-32922-9
410 Seiten
Vorgestellt von Dr. Horst Wörmann
Um es gleich vorab zu sagen: das Buch wendet sich an Leser mit guten Physik-und Mathematik-Vorkenntnissen. Der an schönen Bildern interessierte Hobby-Fluoreszenzler kann wahrscheinlich wenig mit dem Buch anfangen – beispiels- weise wird die bei den Hobbyisten weit verbreitete Durchlichtfluoreszenz gar nicht erst erwähnt. Das Buch ist zudem in englischer Sprache geschrieben.
Der Herausgeber ist Professor am Institut für Physikalische Chemie der Universität Bonn; seine Forschung widmet sich der Analyse molekularer Dynamik in biologischen Systemen und kinetischen Prozessen in supramolekularen Komplexen durch Einzelmolekülmikroskopie und anderen modernen quantitativen mikroskopischen Methoden. Demensprechend liegt der Fokus des Buches auf den modernen, technisch aufwendigen Mikroskopieverfahren.
Zum Inhalt:
1. Introduction to Optics and Photophysics
2. Principles of Light Microscopy
3. Fluorescence Microscopy
4. Fluorescence Labeling
5. Confocal Microscopy
6. Fluorescence Photobleaching and Photoactivation
7. Förster Resonance Energy Transfer and Fluorescence Lifetime Imaging
8. Single-Molecule Microscopy in the Life Sciences
9. Super-Resolution Microscopy: Interference and Pattern Techniques
10. STED Microscopy
A. Appendix: Practical Guide to Optical Alignment
Man sieht: behandelt werden alle Verfahren, die einen dicken Geldbeutel für’s Equipment und profundes Wissen in der modernen Biologie voraussetzen.
Für den Hobbymikroskopiker sind insbesondere die Kapitel 1 bis 4 lesenswert. Sie liefern gut verständliche Einführungen in die Optik und die Mikroskopie aus der Sicht des Physikers, also aus einem etwas anderen mathematisch geprägten Blickwinkel, wesentlich mehr als in den üblichen Mikroskopiebüchern, mit einer Menge von informativen Zeichnungen und Abbildungen. Leider sind manche Abbildungen in den anderen Kapiteln mißlungen, einige sind zu klein oder unverständlich. Kapitel 3 bringt auf fast 50 Seiten alle wesentlichen Grundlagen der Fluoreszenzmikroskopie, bis hin zu Photodetektoren und Grundlagen quantitativer Messmethoden. Dafür ist Kapitel 4 etwas kurz geraten; über die Farbstoffe hätte ich gern mehr erfahren; den Rost (F.W.D. Rost, Fluorescence Microscopy, 1995) muß man also weiterhin zu Rate ziehen. Die weiteren Kapitel behandeln die apparativ aufwendigen Verfahren – aber auch hier kann der Hobbymikroskopiker eine Fülle von Informationen und Anregungen finden.
Der Anhang bringt sehr brauchbare Tips für den Optik-Bastler, wie man sie sonst nirgends findet – für die nächste Auflage bitte mehr!
Ein anspruchsvolles Buch und nicht gerade billig – aber ich möchte es nicht mehr missen.
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Forensic Examination of Fibres
James Robertson, Claude Roux, Kenneth G. Wiggins (Hrsg.)
CRC Press
3. Auflage 2018,
465 S., gebunden,
ISBN 13:978-1-4398-2864-9 (Hardback).
Preis 81,32 €
Vorgestellt von Dr. Horst Wörmann
Ein Buch, nach dem man sicherlich nicht gezielt sucht, das aber für den Mikroskopiker als unerwartete Fundgrube erweist. Man besorge sich aber die dritte Auflage, die gegenüber den ersten beiden ganz wesentlich erweitert ist.
In den ersten umfangreichen Kapiteln erhält man einen Überblick über Fasern aller Art, bis hin zu exotischen wie Kenaf oder Henequen (wer hat je davon gehört?). Eigenschaften und Besonderheiten im Aufbau werden erläutert, illustriert mit zahlreichen REM-Aufnahmen. Weiter wird die Herstellung der verschiedenen Garntypen beschrieben, die letztlich zu Textilien verwoben werden, denen ein eigenes Kapitel gewidmet ist – Anregung für den Mikroskopiker, einmal im Stereomikroskop die beschriebenen Bindungstypen von Kette und Schuß nachzuvollziehen. Im folgenden Teil „Textile Damage Interpretation“ werden die Stoffe gleich wieder zerstört: wie erkennt man Schäden durch Messer, Schere, stumpfe Gegenstände oder Tierfraß? Makaber der Literaturhinweis am Schluss: “Physical and mechanical degradation of fabrics under burial conditions” – aber das Buch wendet sich nun mal an den Forensiker.
So fühlt man sich denn auch in den „Tatort“ versetzt, wenn man in den zahlreichen, recht spannend beschriebenen Fallbeispielen liest, wie Fasern isoliert, transportiert und identifiziert werden, und wie durch Verfolgung der Lieferkette bis zum Hersteller Spuren eindeutig dem Verdächtigen zugeordnet werden können.
Wie erwartet, werden alle Register der Lichtmikroskopie gezogen: Hellfeld, Dunkelfeld, Polarisationsverfahren, Fluoreszenz und Infrarot sind in verschieden Kapiteln beschrieben. Von den im Detail vorgeführten Anwendungstechniken profitiert auch der Hobbyist – wie isoliert man kleinste Objekte, ohne sie zu zerstören? Wie klebt man eine Faser auf ein Post-it und faltet eine dazu passende Papiertüte für den sicheren Transport? Oder welche Besonderheiten zeigt mir das Polarisationsmikroskop an einer Nylonfaser ? (Sphärolite!).
Leider ist mein Lieblingsthema „Mikrospektralphotometrie“ in der apparativen Seite etwas kurz weggekommen, dafür aber gibt es eine ausführliche Abhandlung „Colour Analysis of Fibres“, sowohl zur Farbmetrik als auch zur chemischen Analyse mittels Dünnschichtchromatographie, welche vom Aufwand her auch dem Hobbyisten zugänglich ist. Das ist bei den Methoden „Raman-Spektroskopie“ und „Infrarot-Mikrospektroskopie“ bedauerlicherweise selten der Fall…
Das Buch schließt ab mit weiteren Fallbeispielen und einem Ausblick über zukünftige Trends in der Faseranalytik, insbesondere zur statistischen Absicherung der Befunde.
Insgesamt ist das Buch eine Fundgrube nicht nur für Faser-Spezialisten; man lernt sowohl über mikroskopische Techniken als auch Methoden zur Isolierung und Präparation von kleinsten Objekten und zur Absicherung von Befunden.
Beklagenswert für ein doch recht teures Buch (über 80 €) sind die schlechte Bindung – das Buch bleibt nicht offen auf dem Tisch liegen – und die schlechte Qualität der Schwarzweißbilder, die durchweg zu kontrastarm sind.
Inhalt:
1. Fibres, Yarns and Fabrics: An Introduction to Production, Structure and Properties
2. Textile Damage Interpretation
3. Ropes and Cordages
4. From Crime Scene to Laboratory
5. Microscopic Examination of Fibres
6. Colour Analysis of Fibres
7. Infrared Microspectroscopy of Fibres
8. Raman Spectrscopy of Fibres
9. Other Instrumental Approaches to Fibre Examination
10. Interpretation of Fibre Evidence
11. Future Trends for Fibre Examination
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Grundlagen der Licht- und Elektronenmikroskopie
Susanne Kühl und Alexander Linnemann (Hrsg.)
UTB GmbH, 2017
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
397 Seiten, 249 farbige Abbildungen und 55 Tabellen,
broschiert
ISBN 978-3825248642
Vorgestellt von Jörg Weiß
Das vorliegende, quasi zweigeteilte Buch richtet sich hauptsächlich an Leser, die während ihrer Ausbildung, dem Studium, der Promotion oder im Beruf mit dem Licht- oder Elektronenmikroskop arbeiten.
Wie der Titel verspricht, werden die Grundlagen und die prinzipiellen Funktionsweisen der beiden Instrumentengruppen ausführlich erläutern und anhand vieler Grafiken meist sehr anschaulich dargestellt. Dabei liegt der Fokus auf dem Aufbau, der Bedienung und der Funktionsweise der Instrumente, ohne den Leser gleich mit zu vielen Formeln zu belasten. Diese sind aber ebenfalls vorhanden und können mit einbezogen werden, so sie vom Leser benötigt werden oder sein Interesse geweckt haben.
Am Anfang jedes Kapitels findet sich eine kurze Zusammenfassung des Inhalts, Kompaktinfos und (Gedanken-) Experimente erleichtern den Zugang zum Stoff. Damit ist das Buch aber auch eine Wissensquelle für den Hobbyisten, der sich ausgiebig mit den optischen Eigenschaften und der Funktionsweise seiner Geräte beschäftigen möchte, um diese optimal nutzen zu können. Und ja, einige Hobbyisten haben auch Zugang zu einem Elektronenmikroskop. :)
Beschrieben ist die Lichtmikroskopie im Hellfeld, es fehlen die Beschreibungen der vielen verschiedenen darüber hinausgehenden Kontrastverfahren vom Dunkelfeld bis zum Interferenz-Kontrast nach Jamin-Lebedeff. Dazu wird es hoffentlich einen zweiten Band geben.
Alles in allem ein empfehlenswertes Werk für den engagierten Mikroskopiker, der nicht über ein abgeschlossenes Physikstudium verfügt oder sich die Zusammenhänge noch einmal zweckorientiert ins Gedächtnis rufen möchte.
Eine kurze Zusammenstellung des Buchinhalts in Abschnitten:
Komplettiert wird der Inhalt durch ausführliche Verzeichnisse: Literatur- verzeichnis, Anhänge, Quellennachweise, Sach- und Autorenverzeichnis.
Eine Anmerkung sei erlaubt: das Strahlentierchen (Hexacontium papillosum) auf dem Buchcover ist eine Aufnahme von unserem geschätzten Kollegen Päule Heck.
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Mikrofotografie
Gehard Zimmert &
Beate Stipanits
mitp-Verlag 2015
ISBN 978-3-95845-224-4
487 Seiten und zahlreiche farbige Abbildungen
broschiert
Vorgestellt von Jörg Weiß
Ein Buch, das bisher gefehlt hat! Gerhard Zimmert und Beate Stipanits befassen sich umfassend und auf Basis der eigenen praktischen Erfahrung mit den modernen Techniken der Mikrofotografie. Die Spanne reicht dabei über die benötigte Ausstattung an Geräten und Software, die verschiedenen fotografischen Techniken sowie die Bildbearbeitung und macht auch bei der Probenpräparation nicht halt, so dass man z.B. auch die wichtigsten Verfahren zur Erstellung gefärbter botanischer Schnittpräparate leicht verständlich beschrieben findet. Alles getreu dem Leitsatz: Fehler bei der Präparation kann die beste Technik nicht wett machen und Fehler bei der Aufnahme die beste Nachbearbeitung nicht ausbügeln.
Im Buch finden sich unzählige Tipps, Tabellen und Diagramme, die es dem Leser erlauben, die Grundlagen zu verstehen und die vorgestellten Verfahren Schritt für Schritt erfolgreich nachzuvollziehen. Dabei kommen neben der Makro- fotografie auch die unterschiedlichen Mikroskope (vom Stereomikroskop über Durchlicht, Polarisation bis zur Fluoreszenz) und Kameratypen (Vollvormat DSR bis zur C-Mount Kamera) nicht zu kurz.
Um dem Leser Appetit zu machen und die Möglichkeiten der verschiedenen fotografischen Techniken aufzuzeigen, beginnt das Buch mit 20 erstklassigen, ganzseitigen Aufnahmen, deren Entstehung auf der gegenüberliegenden Seite mit allen verwendeten Gerätschaften und Bearbeitungsschritten erläutert wird.
Aus dem Inhalt des Buches:
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kapitel 1: Bildbeispiele
Kapitel 2: Grundlagen der Makrofotografie
Kapitel 3: Makrofotografie
Kapitel 4: Beleuchtung in der Makrofotografie
Kapitel 5: Grundlagen der Mikroskopie und Mikrofotografie
Kapitel 6: Aufbau des Mikroskops
Kapitel 7: Polarisationsmikrofotografie
Kapitel 8: Fluoreszenz- / UV-Mikrofotografie
Kapitel 9: Mikroskopkamera-Adaptionen
Kapitel 10: Messen in der Makro- / Mikrofotografie
Kapitel 11: Präparation
Kapitel 12: Grundlagen des digitalen Workflows
Kapitel 13: Digitaler Workflow
Internetlinks
Literaturliste
Index
Im Buch Mikrofotografie stecken über vier Jahre Arbeit und rund 1,5 Kg geballtes Wissen zu allen Themen rund um die moderne Mikrofotografie. :)
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Mikroskopie im Alltag
Dieter Krauter
KOSMOS Franckh 1966,
5. Auflage,
128 Seiten und 121 SW-Abbildungen
kartoniert
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Ein Klassiker der mikroskopischen Literatur für den Hobbyisten - aber auch ein Kind seiner Zeit. Dieter Krauter schreibt für den "Liebhabermikroskopiker, der sein Steckenpferd gerne einmal praktisch anwenden möchte". Die Auswahl der Themen konzentriert sich daher auf alltägliche Materialien wie Lebensmittel, Textilien und Papier (aber auch Harn und Stuhl); Bakterien und Pilze nehmen einen recht breiten Raum ein. Das "Tümpeln" oder gefärbte Pflanzenschnitte werden nicht behandelt - wohl aber unterschiedliche Hölzer.
Zu allen Themen finden sich gute SW-Zeichnungen, die Erläuterungen zu den einzelnen Experimenten sind leicht verständlich und es werden immer umfangreiche Hintergrundinformationen gegeben. Abgerundet wird das Buch durch ein großes Kapitel zu den mikroskopischen Techniken, Literaturhinweisen und einem Sachregister.
Die Kapitel im Einzelnen:
- Untersuchung von Nahrungsmitteln (11 Seiten)
- Untersuchung von Genußmitteln (4 Seiten)
- Untersuchung von Hölzern (8 Seiten)
- Von den Zellen und Geweben der Tiere (8 Seiten)
- Untersuchung von Blut (8 Seiten)
- Untersuchung von Harn (4 Seiten)
- Untersuchung von Stuhl (5 Seiten)
- Untersuchung von Textilfasern (9 Seiten)
- Untersuchung von Papier (3 Seiten)
- Untersuchung von Bakterien und Pilzen (23 Seiten)
- Einiges über mikroskopisch kleine Schädlinge (11 Seiten)
- Hinweise zur mikroskopischen Technik (17 Seiten)
Mikroskopieren
Geräte - Objekte - Praxis
Werner Nachtigall
BLV Verlagsgesellschaft mbH 1994,
2. Auflage,
159 Seiten und zahlreiche Abbildungen
kartoniert
ISBN 3-405-14592-9
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Werner Nachtigall kombiniert in seinem Buch "Mikroskopieren - Geräte - Objekte - Praxis" ausführliche Kapitel zu den Grundlagen und der Bedienung des Arbeitsmittels Mikroskop mit einem großen Praxisteil, der die Präparation der verschiedensten Objekte zur Betrachtung unter dem Mikroskop beschreibt. Beide Teile nehmen in etwa den gleichen Raum ein. Die wichtigen Kontrastverfahren werden angesprochen und auch seltener beschriebene Themen wie das Erstellen mikroskopischer Zeichnungen sind enthalten.
Leider gibt es das Buch nur noch antiquarisch. Aufgrund seines Aufbaus und der Themenzusammenstellung wäre es gut geeignet, eine Unterrichtsreihe zum Thema Mikroskopie in Klassen der Sekundarstufe 1 zu begleiten, wenn denn ausreichend Exemplare zur Verfügung stehen.
Die Kapitel im Einzelnen:
- Das Mikroskop (11 Seiten)
- Optik (19 Seiten)
- Beleuchtung (16 Seiten)
- Mikrofotografie (14 Seiten)
- Zeichnen und Messen (4 Seiten)
- Pflanzenwelt (14 Seiten)
- Tierwelt (16 Seiten)
- Anorganische Strukturen (4 Seiten)
- Mikroorganismen des Wassers (36 Seiten)
Romeis
Mikroskopische Technik
Maria Mulisch, Ulrich Welsch (Hrsg.)
Spektrum Akademischer Verlag
18. Auflage 2010,
556 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3827416766
Vorgestellt von Thilo Bauer
Die 18. Auflage des "Romeis" bietet gut gegliedert und dicht gepackt Präparations- und Färbetechniken der Mikroskopie und Histologie nebst detaillierten Rezepten. Die Einführung in die mikroskopische Optik und Abbildung bleibt kurz. Die Technik der Präparation und Färbung bildet das Kernthema dieses Standardwerks. Die Fluoreszenz-Mikroskopie nimmt auch in diesem Werk einen gewissen Raum ein. Übersichtstabellen bieten im frühen Kapitel "Live Cell Imaging" eine gute Auswahl heute verwendeter Organellenmarker. Anwendungen zur quantitativen Untersuchung von Membranpotenzialen der Mitochondrien mit Rhodaminen bleiben jedoch unerwähnt. Die späteren Kapitel von der Cytogenetik bis zur qualitativen und quantitativen Analyse bieten einen nachvollziehbaren Einblick in die fortgeschrittene, molekularbiologische Untersuchung mit dem Mikroskop. Einige der beschriebenen Techniken setzen prinzipbedingt bereits ein Fluoreszenzmikroskop voraus. Aufgrund der Mannigfaltigkeit heute verwendeter Fluoreszenz-Farbstoffe und Präparationsmethoden würde eine vollständige Darstellung der Fluoreszenz den Seitenumfang des Buches sprengen. Doch der Spagat ist gut gelungen. Techniken, die für einfache Lichtmikroskope (teils auch Elektronenmikroskope) geeignet sind, kommen nicht zu kurz. Das Ganze wird abgerundet durch ein Kapitel über Arbeitsschutz und drei Anhänge mit Tabellen und Literaturverzeichnis. Erfreulich sind die vielen Abbildungen mit den zu erwartenden Färbeergebnissen.
Einige erforderliche Korrekturen fallen mir beim Lesen auf. Die Darstellung des Fluoreszenzfarbstoffs Acridinorange (AO) weist einige Ungenauigkeiten auf. In einem Rezept (S. 46) fehlt eine Mengenangabe zum Medium. Die angegebene Konzentration zur Vitalfärbung (S. 207) ist als Gebrauchslösung nicht zu empfehlen, denn AO wirkt in solch hoher Konzentration phototoxisch und muss daher weiter verdünnt werden. In Lebendpräparaten wird AO im Allgemeinen auch keine Differenzierung von DNA (grün) bzw. RNA (rot) darstellen. Vielmehr färbt der Farbstoff abhängig von Faktoren wie pH-Wert oder Konzentration verschiedene Typen von Organellen höherer Organismen und Einzeller rot. Die aktuellen GHS-Gefahrensymbole hätte man zum Zeitpunkt der Drucklegung in Kapitel 14 bereits berücksichtigen können.
Das Buch ist zwar kein Schnäppchen, bietet jedoch dem anspruchsvollen Mikroskopiker und ambitionierten Amateuren sicherlich eine schier unerschöpfliche Quelle für eigene und auch anspruchsvolle Experimente. Ein Klassiker, der griffbereit ins Regal des Mikroskopikers gehört.
Kapitelübersicht:
1. Mikroskopische Verfahren
2. Präparationsmethoden
3. Färbungen
4. Präparationstechniken und Färbungen von speziellen Geweben
5. Präparationstechniken und Färbungen von Pflanzengeweben für die Lichtmikroskopie
6. Präparationstechniken und Färbungen von Protozoon und Wirbellosen für die Lichtmikroskopie
7. Cytogenetik
8. Enzymhistochemie
9. Immunlokalisation
10. In situ-Hybridisation
11. Tissue-Printing
12. Reporterproteine
13. Qualitative und Quantitative Analyse in der Mikroskopie
14. Arbeitsschutz und Sicherheit im histologischen Labor
Anhänge A1 bis A3
Optische Mikroskopie
Funktionsweise und Kontrastier- verfahren
Jörg Haus
Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA
1. Auflage 2014,
220 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3527411276
Vorgestellt von Dr. Horst Wörmann
Einsteiger
Nachdem der Klassiker „Das Lichtmikroskop“ von Dieter Gerlach von 1985 nur noch antiquarisch erhältlich ist, fehlte ein entsprechendes Lehrbuch für den Mikroskopie-Einsteiger auf dem Markt – bis im vergangenen Jahr das Buch „Optische Mikroskopie – Funktionsweise und Kontrastverfahren“ erschien. Der Verfasser Jörg Haus ist Physiker und Produktmanager beim Mikroskophersteller Helmut Hund GmbH (Wetzlar), der Mikroskopikergemeinde auch durch seine Beiträge im Mikroskopie-Forum wohl bekannt.
Damit liegt endlich ein Buch in deutscher Sprache vor, das dem Anfänger eine sehr gute Einführung in mikroskopische Optik und Technik bietet, noch dazu zu einem äußerst günstigen Preis. Der Verfasser hat konsequent alle Amerikanismen vermieden, was allerdings auch zu Kuriositäten wie „Punktverwaschungsfunktion“ führt (S. 98); im folgenden Satz heißt es dann „PSF“ ohne weitere Erklärung als Abkürzung für den geläufigeren Begriff „Point Spread Function“.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert: nach einem kurzen Abriss der Geschichte des Mikroskops werden in Teil I „Das Lichtmikroskop als optisches Instrument“ die physikalischen Grundlagen erklärt sowie optische und mechanische Besonderheiten der verschiedenen Mikroskoptypen wie aufrechtes Durchlichtmikroskop, Auflichtmikroskop, inverses und Stereomikroskop behandelt. Die Physik wird knapp, aber ausreichend und mit den zum Verständnis nötigen Formeln behandelt, dabei weitaus besser als im „Gerlach“.
Man merkt dem Verfasser die Herkunft aus dem Hause eines Mikroskopherstellers an: die technischen Details sind zahlreich und werden durch Textboxen „Aus der Praxis“ ergänzt, ohne dabei die eigenen Produkte zu bevorzugen. Die Bilddokumentation mit Digitalkameras wird auf immerhin 10 Seiten behandelt, auch das ein Vorzug gegenüber dem veralteten „Gerlach“. Allerdings hätte ich mir – wie an manch anderer Stelle auch – ein wenig mehr gewünscht. Das Unterkapitel „“Softwarepakete, Tipps zum Kauf“ ist mit einer halben Seite denn doch etwas dürftig.
Teil II des Buches mit dem Titel „Unsichtbares sichtbar machen“ befasst sich ausführlich mit den optischen Kontrastierungsverfahren, soweit sie dem Hobbymikroskopiker zugänglich sind, also Hellfeld-Durchlicht und –Auflicht, Schiefe Beleuchtung, Phasenkontrast, Polari-sation, DIK und Fluoreszenz (wobei ich mich bei letzterem über die Nichterwähnung der 365-nm-UV-LEDs gewundert habe, die schon lange im Gebrauch sind). Färbemethoden werden nur kurz angerissen – hier fällt ein bedauerliches Manko des Buches auf: alle Fotos sind in Schwarz/Weiß, die Mikrofotos dazu oft in schlechter Qualität, etwa Abb. 6.60 mit schwer auszumachenden Ciliaten im Belebtschlamm, Abb. 6.62b lässt raten, wo die Kapillaren im Nagelfalz verlaufen, und Abb. 6.59 wird vollends zum Suchbild. Der Verzicht auf Farbe gerade im Kapitel über die Färbeverfahren ist sehr bedauerlich, liefert sie doch wesentliche Informationen (und ein gut gefärbter Pflanzenschnitt begeistert doch jeden Mikroskopiker!).
Allerdings würde das Buch damit wesentlich teurer.
Teil III „Moderne mikroskopische Verfahren“ ist allen neueren Methoden gewidmet, die dem Hobbymikroskopiker finanziell unerreichbar sind, die er aber doch in den Grundzügen kennen sollte: Konfokal-, 4-Pi-, STED-, Lichtblatt-Mikroskopie, Nahfeldverfahren wie TIRF usw.
Die Literaturangaben sind in großem Umfang Internet-Links; zu hoffen ist, dass diese auch über längere Zeit auffindbar sind. Jedenfalls habe ich schon jetzt einige tote Links gefunden.
Insgesamt ein Buch, das den „Gerlach“ und ähnliche ältere Bücher voll und ganz ersetzt, dazu noch zu einem äußerst günstigen Preis, wärmstens zu empfehlen für den Anfänger, und auch der alte Hase wird seinen Nutzen daraus ziehen.
Das Buch ist in der Bonner Universitätsbibliothek unter der Signatur 4‘2014/5027 auch ausleihbar.
Wissenschaftliches Zeichnen in der Biologie und verwandten Disziplinen
Klaus Honomichl
Helmut Risler
Rainer Rupprecht
Springer Spektrum
1. Auflage 1982, Nachdruck 2013
88 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-642-39397-6
Vorgestellt von Jörg Weiß
Im Zeitalter der Digitalfotografie - wer zeichnet denn da noch? Nun, gerade bei komplexen Strukturen ist es einfacher, den Sachverhalt an einer guten Zeichnung darzustellen, die die einzelnen Strukturen in einem Bild idealisiert zeigt, als auf mehrere Fotos zurück greifen zu müssen, weil im Präparat prinzipbedingt an einer Stelle oft nicht alle relevanten Einzelheiten gleich gut erkennbar sind. Auch kann ich dem alte Spruch: "Nur was Du gezeichnet hast, hast Du wirklich gesehen" - und verstanden - noch immer einiges abgewinnen.
Zugegeben: Zeichnen ist im Vergleich zur Fotografie ein aufwändiges und Zeit fressendes Unterfangen ...
Das hier vorliegende Buch geht kurz auf die notwendigen Materialien ein und gibt in vier Praxiskapiteln Anleitungen, die dem Anfänger helfen, sich in die Materie einzuarbeiten. Dabei geht es im Einzelnen auf Strichzeichnungen, Darstellung von Flächen, Darstellung von räumlichen Strukturen und die Anwendung auf biologische Strukturen ein.
Die Autoren haben ihr Buch auf Basis eines Kursprogramms für wissenschaftliches Zeichnen an der Uni Mainz zusammengestellt. Die gewählten Beispiele haben sich also in der Praxis bewährt. Es darf aber auch nicht ungesagt bleiben, dass die konkrete Erstellung von Zeichnungen am Mikroskop nur rund 10 Seiten des Buches in Anspruch nimmt.
Inhalt:
A: Zeichengeräte und Materialien (5 Seiten)
B: Übungen
I: Strichzeichnungen (7 Seiten)
II: Darstellung von Flächen (23 Seiten)
III: Darstellung räumlicher Strukturen (27 Seiten)
IV: Anwendung auf die Darstellung von makro- und mikroskopischen Objekten (18 Seiten)
C: Von der Zeichnung zur gedruckten Abbildung (7 Seiten)
Ergänzt wird das Buch durch ein Literatur- und Stichwortverzeichnis.
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Allgemeine Botanik
Wilhelm Nultsch
Thieme Verlag
12. Auflage 2012,
663 Seiten, 366 Abbildungen,
broschiert
ISBN: 978-3-13-383312-7
Vorgestellt von Jörg Weiß
Die Allgemeine Botanik von Wilhelm Nultsch ist bereits 1964 zum ersten Mal erschienen und liegt seit 2012 in der 12. Auflage vor. Einst als vorlesungsbegleitendes Llehrbuch für Nebenfachstudenten in der Botanik gedacht, erfüllt der Band noch heute diesen Zweck, auch wenn Sein Umfang beträchtlich angewachsen ist, da neue Befunde und Entwicklungen in den Auflagen kontinuierlich ein gepflegt wurden. neben der Anatomie wird auch der Stoffwechsel der Pflanzen ausführlich dargestellt. Damit eignet es sich auch hervorragend für den Mikroskopiker, der die Botanik als Hobby betreibt und die Grundlagen zu seinen Untersuchungsobjekten kompakt zur Hand haben möchte. Besonders hervor zu heben ist das Glossar, das über 800 der wichtigsten Begriffe und und Fachausdrücke kurz und prägnant definiert.
Der Aufbau folgt noch immer der Entwicklung der Botanik über die grundlegenden organischen Moleküle über die Zelle und ihren Aufbau hin zu deren Differenzierung zur Histologie, Anatomie und Morphologie der Pflanzen, um dann auch die der Anatomie folgenden Physiologie ein zu gehen. Und so gliedert sich der Inhalt wie folgt:
1. Molekularer Aufbau des pflanzlichen Organismus
2. Struktureller Aufbau des Protoplasmas
3. Zelle
4. Differenzierung der Zelle
5. Organisationsformen der Pflanzen
6. Innere und äußere Organisation der Sprossachse
7. Blatt
8. Wurzel
9. Wasser- und Salzhaushalt, Stofftransport
10. Energieumwandlung und Syntheseleistungen autotropher Pflanzen
11. Dissimilation
12. Haushalt von Stickstoff, Schwefel und Phosphor
13. Heterotrophie
14. Fortpflanzung
15. Vererbung
16. Wachstum und Entwicklung
17. Bewegungserscheinungen
Gefolgt vom schon erwähnten Glossar, dem Literaturverzeichnis sowie einem ausführlichen Sachverzeichnis.
Anatomy of the Dicotyledons
C. R. Metcalfe & L. Chalk
Volume 1 & 2
Oxfort at the Clarendon Press, 1950,
1500 Seiten und zahlreiche Illustrationen
gebunden, antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Anatomy of the Dicotyledons von Metcale and Cahl ist ein zweibändiges Werk mit insgesamt 1500 Seiten, in dem die Autoren die einzelnen Pflanzenfamilien der Dicotyledonen vorstellen und jeweils nach einer Zusammenfassung getrennt nach Blatt, Wurzel, Sprossachse und, wo passend, Hiolz beschreiben. Strukturen, die von der normalen Anatomy abweichen, bekommen einen eigenen Absatz und auch die Bioloy der Pflanzenfamilie und die taxonomische Stellung werden beschrieben (ggf. veraltet).
Natürlich können hier nicht alle Arten beschrieben werden, aber der Hobbymikroskopiker findet hier immer noch einen gut beschriebenen und teils durch Illustrationen hinterlegten Überblick über die Anatomy einer Pflanze auf Familienebene und kann so sein Auge für die eigenen Präparate schärfen und natürlich auch Erklärung für vielleicht Unbekanntes finden.
Ab Seite 1326 und somit nur im zweiten Band gibt es diverse Verzeichnisse der beschriebenen Familien z.B. anhand verschiedener anatomischer Features und ein ausgedehntes Literaturverzeichnis. Und natürlich ist auch ein Stichwortverzeichnis mit den im einzelnen angesprochenen Arten vorhanden.
Somit gleicht Anatomy of the Dicotyledons ein wenig dem ebenfalls zweibändigen Atlas of Stem Anatomy in Herbs, Shrubs and Trees, den ich direkt unten bereits vorgestellt habe. Was Schweingruber und seine Ko-Autoren mit Fotos von unzähligen Schnitten darstellen, erreichen Metcalfe und Chalk durch klare Beschreibungen und sehr gute Illustrationen.
Neben der Anatomy of the Dycotyledons gibt es auch noch die
Anatomy of the Monocotyledons von einem Autorenteam rund um Metcalfe mit dem gleichen Konzept und 9 Bänden.
Leider nur noch antiquarisch erhältlich.
Das darf gesagt werden:
Meine Exemplare sind aussortierte Universitätsbände, die mir Dr. Detlef Kramer überlassen hat. Dafür auch hier nochmal meinen ganz herzlichen Dank!
Leider haben englische Bücher einen gewissen Ruf, was die Qualität der Bindung und des Drucks angeht und auch die Ausstattung war im Original nicht sonderlich gut: so fehlten z.B. das Kapitalband und Lesebänder. Dafür waren die einzelnen Hefte aber noch top in Schuss, nur der Einband hat ein Bibliotheksleben lang gelitten. Daher habe ich die Bände in Bibliotheksleinen neu binden lassen - natürlich mit Kapitalband und Lesebändern. Nun sind sie wieder wie neu und fit für ein zweites Leben, nur leider ohne das Siegel der Universität Oxfort, das alle Bücher der Oxfort Press ziert. Der entsprechende Stempel war natürlich nicht zu bekommen.
Anatomy of the Monocotyledons
C. R. Metcalfe & L. Chalk
Volume 1 - 5 (mehr Bände erschienen)
Oxfort at the Clarendon Press, 1960,
Mit zahlreichen Illustrationen
gebunden, antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Ähnlich wie die beiden Bände
Anatomy of the Dicotyledons beschreiben die insgesamt 9 Bände Anatomy of the Monocotyledons die verschiedenen Familien dieser Pflanzenordnung. Leider stehen mir zur Zeit nur die Bände 1 bis 5 zur Verfügung:
Vol 1 Gramineae (Süßgräser, Poaceae), von C. R. Metcalfe (735 Seiten, 1960)
Vol 2 Palmae (Palmen), von P.B. Tomlinson (453 Seiten, 1961)
Vol 3 Commelinales - Zingiberales (Commelinartige - Ingwerartige), von P.B. Tomlinson (446 Seiten, 1969)
Vol 4 Juncales (Binsenartige), von D.F. Cutler (357 Seiten, 1969)
Vol 5 Cyperaceae (Sauergrasgewächse), von C.R. Metcalfe (597 Seiten, 1971)
Weitere Bände sind:
Vol 6 Dioscoreales (Yamswurzelartige), Vol 7 Helobiae, Vol 8 Iridaceae (Schwertliliengewächse) und Vol 9 Acoraceae & Araceae (Kalmusgewächse und Aronstabgewächse)
Auch für die Einkeimblättrigen wird die characteristische Anatomie der jeweiligen Familien anhand der einzelnen Pflanzenteile beschrieben und vielfach illustriert. In manchen Bänden finden sich die Illustrationen bei den Beschreibungen der Familie, in anderen in einem Tafelteil am Ende des Buches. Immer vorhanden sind Register z.B. zu verschiedener anatomischer Features der Familien und ein ausgedehntes Literaturverzeichnis. Und natürlich gibt es auch hier ein Stichwortverzeichnis mit den im einzelnen angesprochenen Arten.
Das darf gesagt werden:
Die Bände 2 bis 5 habe ich ebenfalls von Dr. Detlef Kramer erhalten, dem auch hier mein großer Dank gilt. Diese Bände habe ich neu binden lassen. Den ersten Band konnte ich kürzlich antiquarisch erwerben, er ist noch recht gut erhalten und enthält eine persönliche Widmung des Autors und bleibt daher im Originaleinband.
Atlas of Stem Anatomy in Herbs, Shrubs and Trees
Fritz Hans Schweingruber, Anett Börner, Ernst-Detlef Schulze
Volume 1
Springer 2011,
503 Seiten und über 2000 Abbildungen
gebunden
ISBN 978-3642116377
Vorgestellt von Jörg Weiß
Seit April 2011 liegt der erste Band dieses zweibändig ausgelegten Atlas' der Sprossanatomie der Kräuter, Büsche und Bäume vor. Der zweite Band soll im Laufe des Jahres folgen.
Nach einer kurzen erläuternden Einleitung folgt im vorliegenden ersten Band die monografische Darstellung der Anatomie des Sprosses und der Rinde von 1200 zweikeimblättrigen Pflanzenarten in 85 Familien.
Gezeigt werden mikroskopische Schnitte der Sprossgewebe anhand von vielen sehr guten Mikrofotografien, die die Besonderheiten der jeweiligen Familien und Arten aufzeigen. Erfasst sind viele verschiedene Pflanzen der gemäßigten Zonen von den Küstenregionen des Mittelmeers zu den alpinen Hochlagen. Aber auch Arten aus dem Kaukasus, den Rocky Mountains, den Anden, der afrikanischen und eurasischen sowie amerikanischen Trockengebiete, der subtropischen Vegetation der Kanarischen Inseln und der artischen Zonen Europas und Kanadas sind vertreten.
Zusammenfassend ein Werk, das es auch dem Hobbyisten erlaubt, die anatomischen Besonderheiten der Pflanzenfamilien in seinen eigenen Präparaten zu erkennen und zu interpretieren.
Seit Mitte September 2012 ist der angekündigte zweite Band des Atlas of Stem Anatomy in Herbs, Shrubs and Trees erhältlich:
Volume 2
Springer 2012,
414 Seiten und über 1500 Abbildungen
gebunden
ISBN 978-3-642-20434-0
Biologie der Pflanzen
Peter H. Raven, Ray F. Evert,
Susan E. Eichhorn
De Gruyter 2000, 3. Auflage
(Aktuell: 4.Auflage)
1032 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Tabellen, gebunden
ISBN 3-11-015462-5
(Aktuelle Auflage: 3-11-018531-8)
Vorgestellt von Jörg Weiß
Das Buch Biologie der Pflanzen von Raven/Evert/Eichhorn ist ein amerikanisches Lehrbuch im besten Sinne des Wortes.
Auch komplexe Sachverhalte werden über Diagramme und Schemazeichnungen eingänglich dargestellt. Zur Erläuterung der prägnanten Texte finden sich viele qualitativ hochwertige Aufnahmen (auch Mikroaufnahmen) und Tabellen. Besondere Themen werden durch Essays herausgehoben.
Wie der
Eschrich ist auch dieses Buch für den interessierten Laien verständlich aufbereitet.
Ähnlich wie das Lehrbuch der Botanik von Strasburger werden hier alle Aspekte des pflanzlichen Lebens behandelt. Für den botanisch interessierten Mikroskopiker eignet sich das Buch somit als Nachschlagewerk, um Themen detailiert nachzulesen oder aufzufrischen.
Die Biologie der Pflanzen besteht aus den Teilen:
- Einführung (16 Seiten, Kapitel 1)
- Die Pflanzenzelle (80 Seiten, Kapitel 2 bis 4)
- Bioenergetik (69 Seiten, Kapitel 5 bis 7)
- Genetik und Evolution (113 Seiten, Kapitel 8 bis 12)
- Formenmannigfaltigkeit der Organismen (301 Seiten, Kapitel 13 bis 22)
- Der Angiosperme Pflanzenkörper: Struktur und Entwicklung ( 123 Seiten, Kapitel 23 bis 27)
- Physiologie der Samenpflanzen (99 Seiten, Kapitel 28 bis 31)
- Ökologie (81 Seiten, Kapitel 32 bis 34)
- Erläuternde Anhänge z.B. über die notwendigen Grundlagen der Chemie, Glossar, Literaturverzeichnis, Bildnachweis und Register (129 Seiten)
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Botany for Degree Students
Gymnosperms
Dr. P.C. Vasishta, Dr. A.K. Sinha, Dr. Anil Kumar
S.Chand Publishing 2006, Reprint 2016
580 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Tabellen, Paperback
ISBN 978-81-219-2618-8
Vorgestellt von Jörg Weiß
Der Band Gymnosperms aus der Reihe Botany for Degree Students vom indischen Verlag S.Chand richtet sich an Studenten der Biologie mit einer Spezialisierung auf die Botanik im Master Studiengang und ist in englischer Sprache geschrieben. Nach einer allgemeinen Einleitung zur Anatomie und Biologie der Nacktsamer folgt die Darstellung aller bekannten fossilen und rezenten Gymnospermenfamilien mit einer genaueren Darstellung jeweils typischer Arten. Anatomische Details werden dabei in gut kolorierten und detailreichen mikroskopischen Zeichnungen gezeigt und auch die Systematik kommt nicht zu kurz. Jedes Kapitel schließt dabei mit einem Set von Aufgaben zum eigenen Erarbeiten des Stoffes und zum Selbsttest, eine Auflösung wird nicht gegeben.
Beispielsweise enthalten: Ginkgo biloba, Welwitschia mirabilis, Dioon edule, Zamia furfuracea, Cycas revoluta und viele mehr.
Für den Mikroskopiker ist die ausführliche Darstellung und Besprechung der Anatomie der Nacktsamer anhand der wirklich gelungenen Zeichnungen besonders interessant. Ich selbst habe hier konzentriert viele Dinge aus meinem momentanen Interessengebiet gefunden, die so aus den üblichen Quellen und im Netz nicht erhältlich sind.
Allerdings muss man einige Druckfehler in Kauf nehmen: aus tannin cell (Tannin-Idioblast) wird z.B. schon mal tanning cell (Gerbezelle).
Aufbau des Buches:
- Einleitung zu den Gymnospermen (74 Seiten, Kapitel 1)
- Hauptteil mit den Gymnospermenfamilien (456 Seiten, Kapitel 2 bis 17)
- Weiterführende Themen (12 Seiten, Kapitel 18)
- Literaturangaben (30 Seiten)
- Index (16 Seiten)
Aus der Reihe sind z.B. auch Bände zu den Algen, Pilzen, Pteridophyten und Bryophyten erhältlich.
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Cycadaceae Family
Boriss Lariushin
Amazon Distribution GmbH, Leipzig
380 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Tabellen, Paperback
ISBN 978-1-482-02065-6
Vorgestellt von Jörg Weiß
Cycadacea Family von Boriss Lariushin ist in englischer Sprache geschrieben und beschäftigt sich mit der Familie der Cycadaceen aus der Ordung der Palmfarne (Cycadales). Ähnlich aufgebaut, wie das Buch Cycads of the World von David L. Jones beschreibt der Autor im ersten Teil des Buches zur Bedeutung und Entwicklung der Cycadaceen, zur Anatomie mit besonderer Würdigung der Korallenwurzeln, zur Fortpflanzung, Nutzung und zur Haltung der Palmfarne aus der Familie Cycadaceae. Im zweiten Teil werden alle 90 rezenten Palmfarne der Familie in ausführlichen Artikeln vorgestellt. Dabei werden Bestimmungsmerkmale genannt und auch Besonderheiten angesprochen.
Beide Teile sind reich bebildert. Dabei halten sich erläuternde Zeichnungen, Fotos und Reproduktionen alter botanischer Zeichnungen der Palmfarne die Waage. Wieder ein spezielles Buch für Freunde der Palmfarne, das sich dem Titel entsprechend auf die Cycadaceae beschränkt und einen guten Überblick über die entwicklungsgeschichtlich älteste Familie der Palmfarne gibt.
Die Kapitel des Buches:
- Teil 1: Cycadaceae (32 Seiten)
- Ecology and Conservation
- Coralloid Roots and Nitrogen Fixation
- Cycad History
- Gardening with Cycads
- Teil 2: Cycas (339 Seiten)
Bestimmungsschlüssel und Artikel zu 90 Arten
- Inhaltsverzeichnis
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Cycads of the World
Ancient Plants in todays Landscape
David L. Jones
Smithsonian Institution Press, Second Edition
456 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Tabellen, Bibliotheksleinen
ISBN 978-1-588-34043-6
Vorgestellt von Jörg Weiß
Cycads of the World von David L. Jones ist in englischer Sprache geschrieben und beschäftigt sich in seinem ersten Teil mit der Bedeutung, Anatomie, Fortpflanzung, Nutzung und Haltung der Palmfarne. Dabei wird geht der Autor auch auf den Bau der Pflanzenorgane ein und streift Themen wie die Giftwirkung der verschiedenen Palmfarne. Im zweiten Teil werden alle rezenten Palmfarne - es sind über 200 - in kurzen Artikeln vorgestellt. Dabei werden Bestimmungsmerkmale genannt und auch Besonderheiten angesprochen.
Beide Teile sind reich bebildert. Dabei halten sich erläuternde Zeichnungen, Fotos und Reproduktionen alter botanischer Zeichnungen der Palmfarne die Waage. Ein spezielles Buch für Freunde der Palmfarne, aber wer Interesse an Palmfarnen hat, sollte das Buch haben.
Die Kapitel des Buches:
- Einfleitung und Vorwort zur zweiten Ausgabe
- Teil 1: Struktur, Biologie und Kultivierung
Einführung, Geschichte, Schutz, Anatomie, wirtschaftliche Bedeutung, Biologie der Cycadaceen, Kultivierung, Krankheiten und Schädlinge, Verbreitung, Cycadaceen als Kübelpflanzen
- Teil 2: Die lebenden Cycadaceen
Bestimmungsschlüssel und kurze Artikel zu allen bekannten Arten
- Synonyme
- Liste der Autoren
- Eine Auswahl fossiler Cycadaceen
- Glossar
- Literatur
- Index
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Die Desmidiaceen Mitteleuropas
Band 1, 1. und 2. Lieferung
Jirì Růžička
E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung
(Nägele u. Obermiller),
Stuttgart 1977 / 1981
292 Seiten und 44 Tafeln, bzw.
736 Seiten und 117 Tafeln, gebunden
ISBN 3-510-65078-6 und 3-510-65103-0
antiquarisch
Vorgestellt von Rudolf Krönung
Obwohl diese Edition schon über 30 Jahre alt ist, ist sie noch überwiegend sehr aktuell und wegen ihrer grundlegend und sorgfältig gestalteten Beschreibung immer noch eine sehr lesenswerte Quelle, auf die sich alle mir bekannten aktuellen Autoren bis heute berufen. Růžička hat die zu seiner Zeit vorhandenen Publikationen über die Desmidiaceen offensichtlich aus dem Blickwinkel seiner eigenen erheblichen Kenntnisse und Erfahrungen umfassend kritisch analysiert und daraus resultierend die Beobachtungsergebnisse der unterschiedlichen Autoren in einem großen Kontext vergleichend dargestellt. Ggf. ist es sinnvoll, sich in jüngeren Werken, insbesondere denen von Coesel + Meesters, Brook + Willianson und John + Williamson über die neuesten Entwicklungen der Artenzuordnung zu informieren, um die wenigen inzwischen taxonomisch anders eingestuften Arten oder Varietäten zu kennen.
Das umfängliche Tafelwerk enthält viele sehr detailgenaue Zeichnungen, die großenteils auf die Zeichnungen der jeweiligen Erstbeschreibung zurückgreifen.
Inhalt Band 1, erste Lieferung:
Ordnung: Desmidiales, 1. Unterordnung: Closteriineae, 1. Fam.: Gonatozygaceae; 2. Fam.: Peniaceae; 3. Fam.: Closteriaceae; 2. Unterordnung: Desmidiineae, Fam.: Desmidiaceae, 1. Gattung: Docidium; 2. Gatt.: Pleurotaenium; 3. Gatt.: Triploceras; 4. Gatt.: Triplastrum
Inhalt Band 1, zweite Lieferung:
Ordnung: Desmidiales, 2. Unterordnung: Desmidiineae, Fam.: Desmidiaceae, 5. Gattung: Actinotaenium; 6. Gatt.: Tetnemorus; 7. Gatt.: Euastrum; 8. Gatt.: Micrasterias
Band 1, 2. Lieferung und zwei Tafeln
Esaus Pflanzenanatomie
Ray F. Evert
de Gruyter
Berlin 2009
507 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-11-020592-3
Vorgestellt von Jörg Weiß
Esaus Pflanzenanatomie von Ray F. Evert darf mit gutem Recht als modernisierter Nachfolger von Katherin Esaus bekanntem Werk
Pflanzenanatomie bezeichnet werden, das ich in der Literaturliste des MKB ebenfalls kurz vorgestellt habe; auch wenn die Fortpflanzungsorgane und Früchte der Pflanzen hier nicht mehr beschrieben sind.
Der Untertitel des Buches lautet "Meristeme, Zellen und Gewebe der Pflanzen - ihre Struktur, Funktion und Entwicklung" und der Trifft den Inhalt des Buches gut. Wer den "Esau" kennt, fühlt sich hier sofort zu Hause: unter Beibehaltung der akribischen Beschreibungen, begleitet von vielen erläuternden Bildern und Zeichnungen, wurde der Stand der Wissenschaft (2006) eingearbeitet und vieles zur Entwicklung und Funktion der beschriebenen Strukturen ergänzt.
Am Ende jedes Kapitels findet sich eine ausführliche Literaturliste mit vielen jeweils relevanten Artikeln und Büchern und natürlich gibt es auch ein Register der Fachbegriffe und angesprochenen Pflanzen.
Das Buch wendet sich in seiner Tiefe an den in der Botanik fortgeschrittenen Leser, versucht aber explizit auch Studierende im Grundstudium (und interessierte Laien) abzuholen, in dem z.B. verwendete Fachbegriffe kurz aber prägnant erläutert werden. Ziel des Autors war es, Studierenden der modernen Life Sciences, deren Schwerpunkt sich stark in Richtung Mikrobiologie und Genetik verschoben hat, einen ganzheitlichen Blick auf die Pflanzen und ihre Gewebe zu geben, ohne den nach seiner Einschätzung ein tieferes Verständnis nicht möglich ist.
Mein Fazit: dieses Buch gehört neben den Esau auf den Schreibtisch jedes Mikroskopikers, der sich tiefer mit der Anatomie von Pflanzen beschäftigen möchte und nach Erklärungen für das sucht, was ihm seine Präparate zeigen.
Farbatlas Pflanzenanatomie
Formen, Gewebe, Strukturen
Bryan G. Bowes
Parey Buchverlag Berlin, 2001
191 Seiten und 355 Abbildungen
gebunden
ISBN 3-8263-3379-9
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Der Farbatlas der Pflanzenanatomie von Bryan g. Bowes ist 1996 als "A Colour Atlas of Plant Structure" bei Manson Publishing ltd, London erstmalig erschienen und wurde 2001 von Gabriele Monshausen (Universität Bonn) übersetzt.
Hauptziel des Buches ist die Darstellung unterschiedlicher Pflanzengewebe in mikroskopischen Schnitten.
Unterteilt ist es in acht Kapitel:
- Einführung
- Die Pflanzenzellen
- Histologie der Pflanzen
- Apikalmeristeme: Entstehung der primären Spross- und Wurzelgewebe
- Das grüne Blatt
- Die Sprossachse
- Die Wurzel
- Sexuelle Fortpflanzung
Zu den jeweiligen Geweben gibt es eine Einführung, die Aufbau und Zweck erläutert. Anhand der Abbildungsnummern wird im Text zur Veranschaulichung auf die nachfolgenden Bilder verwiesen. Alle Beispiele sind mit Bildern der jeweiligen Pflanzen, und wo sinnvoll mit Zeichnungen und REM-Aufnahmen hinterlegt. Der Atlas gibt somit einen Überblick über das Aussehen alle Pflanzengewebe und Zellorganellen (diese werden aufgrund ihrer geringen Größe in REM Aufnahmen gezeigt) im mikroskopischen Bild.
Die Photos stammen von Präparaten mit unterschiedlichen Färbungen und sind im allgemeinen von sehr guter Qualität, obschon es wenige nicht ganz so gut gelungene Ausnahmen gibt.
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Flora der Region Bonn
Beiheft der Decheniana 40/2015
Ingmar Gorissen
NHV
Naturhistorischer Verein der Rheinlande und Westfalens e.V.,
im Selbstverlag
605 Seiten und zahlreiche Abbildungen
brochiert
ISSN 0416-833 X
Vorgestellt von Jörg Weiß
Hier wurde in langjährigen Kartierungsarbeiten und mit intensivem Literaturstudium eine vollständige Erfassung aller wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen in der Region Bonn/Rhein-Sieg zusammen gestellt. Aufgrund der außergewöhnlich hohen Standortvielfalt finden sich in unserer Region über 2000 Taxa, von denen fast 1400 einheimisch beziehungsweise eingebürgert sind. Alleine 100 Taxa leben hier am Rand ihrer Verbreitungsgrenze.
Das vorliegende Beiheft 40/2015 der NHV Publikation Decheniana bietet nun eine Auflistung der gefundenen Arten und Gattungen mit der Beschreibung der jeweiligen Standorte und wird ergänzt durch verschiedene Karten sowie einen umfangreichen Index der wissenschaftlichen und umgangssprachlichen Namen.
Trotz vieler Abbildungen handelt es sich jedoch nicht um ein Bestimmungsbuch, hier geht es kurz und knapp um "Was steht Wo?" Der botanisierende Mikroskopiker kann sich also informieren, wo er eine bestimmte Pflanze in der Natur findet, z.B. um sich ein Bild von ihrem natürlichen Lebensraum zu machen. Dazu jedoch einen - eigentlich selbstverständlichen - Hinweis: viele der gelisteten Arten stehen in Naturschutzgebieten oder sind selbst unter Schutz gestellt. In solchen Fällen verbietet sich natürlich eine Probenahme - nur gucken, nicht anfassen.
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Flora Mobil
Schmeil-Fitschen
Quelle&Meyer, 2008 V1.0
3936 Abbildungen
CD
ISBN 978-3-494-01454-8
Vorgestellt von Jörg Weiß
Die Idee: Bilder aller wild wachsenden höheren Pflanzen Deutschlands in der Hosentasche und zwar auf Handy, Smartphone oder Tablet und damit eine visuelle Unterstützung bei der Bestimmung mit klassischer Bestimmungsliteratur wie beispielsweise "Flora von Deutschland und den angrenzenden Ländern" der gleichen Autoren.
Dazu bietet die erste Version von Flora Mobil jeweils 3936 Abbildungen in zwei Größen (die kleinere Auflösung für Geräte mit kleinem Bildschirm, die mit der Skalierung Probleme haben). Diese sind auf der CD wiederum doppelt vorhanden: einmal in einer Verzeichnisstruktur mit den Wissenschaftlichen Namen und einmal in einer Verzeichnisstruktur mit den deutschen Namen. Ein kleines Windows-Programm erlaubt das Kopieren der ausgewählten Verzeichnisbäume auf das jeweilige Mobilgerät.
Leider existiert keine Anwendung zum Zugriff auf die Bilder (mit Ausnahme des Windows-Programms, das auf dem PC auch einen Zugriff erlaubt). Dieser muss mit den Bordmitteln des verwendeten Gerätes erfolgen, was unter Umständen mühselig ist. Zumindest für Smartphones und Tablets wäre eine App wünschenswert, der man dann auch noch ein wenig Text zu den einzelnen Pflanzen mitgeben könnte.
Die Bilder selbst (in der Regel Fotos der lebenden Pflanze oder von Herbarmaterial, aber auch Zeichnungen) sind in der großen Auflösung brauch- bar, in der kleinen Auflösung ist der Nutzen aus meiner Sicht zweifelhaft.
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Funktionelle Pflanzenanatomie
Walter Eschrich
Springer 1995
393 Seiten und 425 Abbildungen
gebunden
ISBN 3-540-59131-1
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Eschrich geht in den Kapiteln
- Wasserversorgung,
- Wassertransport,
- Gaswechsel,
- Lichtwirkung,
- Transport von Nährstoffen,
- Blattdifferenzierung,
- Sekretion,
- Reizreaktion,
- Cambiales Wachstum,
- Statik und
- Reproduktion
auf die Funktion und den Aufbau der unterschiedlichen Pflanzengewebe ein. Die Texte sind nach meinem Empfinden mit einigen Grundkenntnissen im Botanikerlatein auch für einen Laien - wie mich - gut verständlich und sehr angenehm zu lesen. Jeder Aspekt wird zudem anhand von Zeichnungen, (Mikro)Fotos und/oder EM-Aufnahmen auch grafisch dargestellt (426 Abbildungen auf insgesamt 393 Seiten).
Die Beschreibungen und Abbildungen erlauben die Identifizierung der einzelnen Gewebearten in Pflanzenschnitten und vermitteln ein Grundwissen über den funktionellen Zusammenhang, ohne jedoch die Tiefe eines Lehrbuchs für Pflanzenphysiologie zu erreichen (keine Reaktionsgleichungen zu Stoffwechselvorgängen etc.).
Weiterhin liefert die Darstellung viele Anregungen, wo es im Pflanzenreich Interessantes zu entdecken gibt. Das Buch wird ergänzt durch ein umfangreiches Literaturverzeichnis und ein ebensolches Sachregister.
01.11.2015 Update:
Seit einiger Zeit ist die Funktionelle Pflanzenanatomie von Walter Eschrich vom Verlag und bei den Händlern als E-Book oder Reprint im Taschenbuchformat erhältlich.
Die ISBN ist 978-3-642-79684-5 bzw. 978-3-642-79685-2. Bei der Taschenbuchausgabe wird allerdings von Problemen mit der Druckqualität der SW-Abbildungen berichtet.
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Grundkurs Pflanzenbestimmung
Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene
Rita Lüder
Quelle & Meyer 2006, 3. Auflage
(aktuell 4. Auflage 2009)
372 Seiten, gebunden
ISBN 3-494-01418-3
(4. Auflage: 3-494-01450-7)
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Rita Lüdgers Buch "Grundkurs Pflanzenbestimmung" ermöglicht für Neueinsteiger und angehende Botaniker - aber auch für bereits Geübte - auf einfache und praktische Art die Bestimmung der 550 häufigsten einheimischen Pflanzenarten. Der Bestimmungsschlüssel ist durchgehend farbig bebildert und nutzt die Methodik des Schmeil-Fitschen. Somit erlernt der Leser - oder hier besser der Anwender - den Umgang mit diesem Standardwerk.
Jeder Pflanzenfamilie ist eine kurze Erläuterung ihrer wichtigsten Merkmale mit farbigen Zeichnungen vorangestellt. In den Buchdeckeln sind Übersichtstabellen zu Blatt, Frucht und Blüte untergebracht. Durch sein handliches Format ist der Band immer zur Hand.
Zur Bestimmung von Bäumen und Sträuchern dient der Band "Grundkurs Gehölzbestimmung" (ISBN 3-494-01340-3) und auch das Reich der Pilze ist mit dem "Grundkurs Pilzbestimmung" (ISBN 3-494-01444-2) abgedeckt. Beide Bücher sind ebenfalls von Rita Lüder und in gleicher Aufmachung gehalten, wie der hier vorgestellte "Grundkurs Pflanzenbestimmung".
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Illustrierte Morphologie der Blütenpflanzen
Adrian D. Bell
UTB Ulmer, 1994
335 Seiten, 359 Abbildungen, gebunden
ISBN 3-8252-8089-6
Vorgestellt von Jörg Weiß
Eine illustrierte Morphologie der Blütenpflanzen, die sich ja mit den makroskopischen Aspekten einer Pflanze befasst, für Mikroskopiker? Aber ja doch: das Buch von Adrian D. Bell hilft, den Aufbau verschiedener Pflanzenorganen in ihrer ganzen Variationsbreite über die verschiedenen Gattungen und Familien zu verstehen und somit zu erkennen, was man unter dem Mikrotom oder Mikroskop hat. Beziehungsweise zu erkennen, warum die Anatomie eines Schnittes sich so darstellt, wie sie ist, da dieser eben zu einem bestimmten Pflanzenorgan gehört. Immer wieder vorkommende Verwechslungen z.B. von Blattstiel und Spross - gerade bei mehrfach gefiederten Blättern - oder Spross, Hypocotyl und Wurzel lassen sich so zumindest leichter erkennen oder gar vermeiden.
Dabei bietet die Illustrierte Morphologie der Blütenpflanzen alles andere als sterile Textwüsten voller botanischer Fachbegriffe. Verwendete Begriffe werden leicht verständlich erklärt und die Eigenarten verschiedener Organe bei den jeweiligen Arten oder Familien werden jeweils links auf einer Doppelseite anhand von Farbfotos gezeigt und im Text beschrieben und rechts anhand sehr guter Illustrationen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen erklärt. Komplexere Themen werden über mehrere Doppelseiten abgehandelt, ohne den prinzipiellen Aufbau zu unterbrechen. Ein Bildbeispiel finden sie am Ende dieser Rezension.
Im Einzelnen finden sich die folgenden Kapitel im Buch (jedes mit einer Reihe von Unterkapiteln):
Teil 1: Grundlagen und morphologische Beschreibung
- Morphologie des Blattes
- Morphologie der Wurzel
- Morphologie der Sprossachse
- Fortpflanzungsmorphologie
- Morphologie der Keimpflanze
- Vegetative Vermehrung
- Morphologie der Gräser
- Morphologie der Sauergräser
- Morphologie der Orchideen
- Kakteen und Kaktusähnliche
- Domatien
- Pflanzen mit abweichendem Bau
Teil 2: Bau und Organisation
- Position der Meristeme
- Meristempotential
- Zeitpunkt der Meristemaktivität
- Meristemzerreissung
- Verzweigungsaufbau der Pflanzen
Leider nur noch gelegentlich antiquarisch erhältlich, dann aber meist recht günstig.
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Jeweils auf der linken Seite finden sich Fotos und Erläuterungen ...
und auf der rechten Seite die zugehörigen illustrationen mit Beschreibung.
Microscopic
Preparation Techniques
for Plant Stem Analysis
Holger Gärtner
Fritz H. Schweingruber
Kessel Publishing House 2013
78 Seiten, broschiert
ISBN 378-3-941300-76-7
Vorgestellt von Jörg Weiß
Das kleine Heft in englischer Sprache ist eine Fundgrube für alle, die die bekannten und ungewöhnlicheren Präparationsmethoden für pflanzliche Mate- rialien und vor allem Hölzer kompakt und übersichtlich dargestellt suchen.
Es beschreibt den gesamten Prozess von der Probenahme über Schnitt, Aufbereitung und Färbung bis hin zur Erstellung von Dauerpräparaten und deren Archivierung. Motivation für das Buch waren die Erfahrungen der Autoren und ihrer Studenten bei den Kursen zur Holz-Anatomie. Also ein Buch für Praktiker im universitären Umfeld, aber auch für jeden, der sich als interessierter Laie mit der Erstellung mikroskopischer Präparate von pflanzlichen Proben beschäftigt.
Besonders erwähnenswert finde ich die vielen Tipps und Tricks aus der Praxis, die vom Umgang mit eingerollten Schnitten über die Behandlung sehr harter oder sehr weicher Proben bis hin zur Vermeidung häufiger Präparationsfehler reichen.
Behandelt werden die folgenden Themen:
1. Probematerialien und Strategien bei der Probenahme (9 Seiten)
2. Sammlung und Fixierung (5 Seiten)
3. Schnitt und Mazeration (34 Seiten)
4. Bleichen, Färben, Eindecken, Reinigen, Beschriftung und Lagerung (19 Seiten)
5. Häufige Fehler (3 Seiten)
6. Betrachtung unter dem Mikroskop (3 Seiten)
7. Literaturverzeichnis (1 Seite)
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Mikroskopisch-Botanisches Praktikum
Gerhard Wanner
Georg Thieme Verlag 2004, 1. Auflage
(aktuell: 2.Auflage 2010)
246 Seiten und 438 Abbildungen
kartoniert
ISBN: 3-13-440312-9
(Aktuelle Auflage: 3-131-49962-1)
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Gerhard Wanners "Mikroskopisch-Botanisches Praktikum" sticht aus der großen Anzahl Begleitbücher zum Botanischen Anfängerpraktikum in mehrfacher Weise heraus. Zum einen sind alle Versuche knapp aber prägnant beschrieben und mit Skizzen verdeutlicht, so dass sie sich leicht in der Praxis nachvollziehen lassen. Zum anderen werden die zu erwartenden Ergebnisse in sehr guten Mikrofotografien gezeigt. Wo notwendig, finden sich zusätzlich auch Zeichnungen, normale REM-Aufnahmen und/oder
Kryo-Brüchen.
Grundlagen und Funktionsweise des Lichtmikroskops werden beschrieben und durch ein Kapitel zur Elektronenmikroskopie ergänzt. Auch die zur Durchführung der Versuche benötigten Materialien und Reagenzien werden vorgestellt und es gibt ein Kapitel zur Erstellung von mikroskopischen Zeichnungen. Abgerundet wird das Buch durch ein Glossar und einen umfangreichen Index.
Da das botanische Anfängerpraktikum alle Pflanzenteile und Zellbestandteile mit Ausnahme der Fortpflanzungsorgane (Blüten, Früchte und Samen) abdeckt und das vorliegende Buch die Sachverhalte auch für den Laien verständlich beschreibt, ist es ein guter Einstieg in die botanische Mikrotechnik, den sich auch ein Anfänger ohne komplizierte Laborausrüstung erarbeiten kann. Die Schnitte werden aus der freien Hand mit der Rasierklinge erstellt - ein
Mikrotom wird nicht benötigt.
Praktisch: jedes Thema wird auf einer Doppelseite abgehandelt und das Buch bleibt durch sein Format aufgeschlagen liegen.
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Moose unter dem Mikroskop
Prof. Jan Peter Frahm mit Bildern von Rolf-Dieter Müller
Archive for Bryology, 2013
40 Seiten und 42 Abbildungen
pdf
ISSN: 0945-3466
Vorgestellt von Jörg Weiß
Mit dem Sonderheft "Moose unter dem Mikroskop" (Special Volume 13) aus dem E-Magazine Archive for Bryology legen Prof. Jan-Peter Frahm (Text) und Rolf-Dieter Müller (Bilder) einen kleinen Band vor, der den Einstieg in den Mikrokosmos der Moose erleichtert, in dem er die grundlegenden Techniken darlegt, die Anatomie der Moospflanzen erläutert und Beispiele von im europäischen Raum häufigen Moosen bring.
Die Publikationen des 1994 gegründeten Archive for Briology unterliegen der
Creative Commons Attribution License 3.0 (CC-BY) und können so unbeschränkt genutzt und unabhängig vom Medium verbreitet werden. Die einzige Auflage der Lizenz ist die Nennung der Autoren.
In drei einleitenden Kapiteln werden die Präparation und den Bau der Laubmoose erklärt und in einem kurzen Abriss die Geschichte der histologischen Untersuchung von Moosen dargestellt, bevor sieben Moosarten näher vorgestellt werden. Kapitel über Kontrastierungsmethoden und das Sammeln von Moosen sowie ein Literaturverzeichnis runden das Büchlein ab.
Die Publikation kann in unserem
Downloadbereich kostenfrei heruntergeladen werden.
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Pflanzenanatomie
Kathrine Esau
Gustav Fischer Verlag, Stuttgart
2. Auflage 1969
594 Seiten, 186 Abbildungen, 96 Tafeln
Leinen
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Alt aber immer noch gut! Mit dem Band Pflanzenanatomie hat Katherine Esau in den 60er Jahren den Standard gesetzt. Das Buch wurde - in der 3. Auflage - bis ins Jahr 2006 vertrieben und Generationen von Studenten haben daraus gelernt. Für den an der Botanik interessierten Mikroskopiker ist es auch in der mir vorliegenden Ausgabe von 1969 noch immer eine unerschöpfliche Quelle, die viele, wenn nicht gar die meisten Fragen rund um die Anatomie pflanzlicher Gewebe manchmal nur kurz aber immer fundiert beantwortet. Dazu tragen die vielen guten Zeichnungen und auch die ausführlichen Literaturlisten am Ende jedes Kapitels bei.
Besonders schön: am Ende des Buches zeigen 96 Bildtafeln hervorragende Schwarzweiß-Fotografien von Schnitten unterschiedlicher Pflanzen, die es erlauben, die Gewebearten im eigenen Präparat zu bestimmen.
Das englische Original (Plant Anatomie) wurde von Dr. Berthilde Eschrich und Prof. Walter Eschrich (Universität Bonn, 1965) sehr sorgfältig und in Rücksprache mit der Autorin ins Deutsche übersetzt. Der Text ist klar und lässt sich sehr gut lesen. Er nutzt die gängigen deutschen Fachbegriffe, die bei Bedarf kurz erläutert werden. Der Esau ist ein klassisches Lehrbuch seiner Zeit mit langen erläuternden Texten und daher für einen Anfänger ob seiner schieren Masse an Information nur bedingt geeignet. Ansonsten gehört dieser Schatz an botanischem Wissen ins Bücherregal oder besser: neben das Mikroskop um bei Bedarf schnell zur Hand zu sein.
Inhalt:
Eine kleine Geschichte zu meiner Ausgabe sei erlaubt: wer den Esau kennt, wird sich vielleicht über die Farbe gewundert haben: der normale Leineneinband hat einen hellen Türkiston. Mein Buch ist ein alter Bibliotheksband, der völlig abgegriffen aussortiert wurde und dank eines lieben Freundes seinen Weg zu mir gefunden hat. Es war deutlich zu sehen, dass damit lange und intensiv gearbeitet wurde, die Seiten selbst waren jedoch so gut wie unbeschädigt, was auf einen sorgfältigen Umgang schließen lässt.
Ich habe meine Ausgabe also neu binden lassen. Das dunkelgrüne Bibliotheksleinen ist abwaschbar und wird vermutlich Generationen überdauern. Wer selbst auf solchen in die Jahre gekommenen Schätzchen sitzt, sollte einmal einen Buchbinder fragen: das neue Kleid gibt es für recht kleines Geld.
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Pflanzenanatomisches Praktikum I
W. Braune A. Leman H. Taubert
Spektrum Akademischer Verlag 2009, 9. Auflage
368 Seiten und zahlreiche SW-Abbildungen
Taschenbuch
ISBN: 978-3-8274-2289-7
Vorgestellt von Jörg Weiß
Noch ein Praktikumsbuch? Ja, und es lohnt sich! Während die Stärke des
Mikroskopisch-Botanischen Praktikums von Gerhard Wanner auf der Praxisnähe (alles Wesentliche auf einer Doppelseite, die aufgeschlagen offen liegen bleibt) und der sehr eingänglichen Kombination aus Zeichnungen, sehr guten Mikroaufnahmen und Kryo-Schnitten liegt, geht das hier vorliegende Buch tiefer in die Theorie der Pflanzenanatomie und umfasst auch die Fortpflanzungsorgane der Pflanzen sowie die Darstellung der Zellteilung.
Eingangs wird eine gute Beschreibung und Anleitung zum Arbeitsmittel Mikroskop gegeben. Neben einem sehr ausführlichen Kapitel zu mikroskopischen Zeichnungen gibt es auch eines zu Mikrofotografien - allerdings ohne Betrachtung der aktuellen Digitaltechnik.
Im Hauptteil werden nach einem Abschnitt über den Aufbau pflanzlicher Zellen und ihrer Plastiden die Bestandteile (Organe) des Pflanzenkörpers behandelt. Jedes Kapitel innerhalb der Abschnitte wird an einer oder mehreren Beispielpflanzen dargestellt. Die Präparation ist ausführlich beschrieben, inklusive individueller Hinweise auf Fehlermöglichkeiten und deren Vermeidung. Es folgt eine umfassende Beschreibung der zu beobachtenden Strukturen, die durch gute Schwarzweiß-Bilder (Fotos und Zeichnungen) unterstützt wird. Am Anfang jedes Abschnitts findet sich zusätzlich eine theoretische Einführung zur Anatomie und Bildung der besprochenen Gewebe.
Den Abschluss bilden ein umfangreiches Methodenregister, ein Literatur- und ein Sachverzeichnis sowie Register der wissenschaftlichen und deutschen Pflanzennamen.
Ärgerlich ist angesichts des recht hohen Preises der vorliegenden Ausgabe die verwendete Taschenbuchbindung. So sperren die Deckel schon nach wenigen Tagen normalen Gebrauchs ...
Inhalt in Abschnitten:
Erster Teil: Technik
- Das Mikroskop, 9 Seiten
- Das Mikroskopieren (inkl. z.B. Präparation und Zeichnen), 21 Seiten
Zweiter Teil: Arbeiten am Objekt
Der Bau der Zelle
- Der Protoplast, 24 Seiten
- Nichtprotoplasmatische Bestandteile, 8 Seiten
Von der Zelle zum Organ
- Bildungsgewebe, eine Seite
- Dauergewebe, 12 Seiten
Der Bau der Organe
- Die Sprossachse, 84 Seiten
- Das Blatt, 51 Seiten
- Die Wurzel, 23 Seiten
- Fortpflanzung, 49 Seiten
- Mitose und Meiose bei Cormophyten, 17 Seiten
Methodenregister, 41 Seiten
Literatur, 4 Seiten
Sachverzeichnis, 13 Seiten
Register der Pflanzennamen, 5 Seiten
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Pflanzenanatomisches Praktikum II
W. Braune A. Leman H. Taubert
Spektrum Akademischer Verlag 2002, 4. Auflage
330 Seiten und zahlreiche SW-Abbildungen
Hardcover
ISBN: 978-3-8274-0924-9
Vorgestellt von Jörg Weiß
Während sich Band 1 des Praktikumsbuches von Braune, Leman und Taubert mit den Gymnospermen und Angiospermen sowie den allgemeinen Themen zum Zellaufbau beschäftigt, findet man im zweiten Band Bakterien, Algen, Pilze, Moose, Flechten und Farne. Neben einer ausführlichen theoretischen Darstellung und vielen praktischen Präparationsaufgaben bzw. Beispielen glänzt das Buch mit einem ausführlichen Methodenregister. Das ist nicht ganz unbedeutend, da bei den hier betrachteten Organismen viele klassische Methoden zur Präparation von Pflanzen versagen.
Den Abschluss bilden wie beim ersten Band ein umfangreiches Methodenregister, ein Literatur- und ein Sachverzeichnis sowie Register der wissenschaftlichen und deutschen Pflanzennamen.
Das Buch liegt kartoniert vor und macht einen ordentlichen Eindruck. Hier entfällt also die zur Taschenbuchbindung gemachte Kritik an Band 1.
Inhalt in Abschnitten:
- Bacteria und Cyanobacteria (Bakterien und "Blaualgen")
- Phycophyta (Algen)
- Mycota (Pilze)
- Lichenes (Flechten)
- Bryophyta (Moose)
- Pteridophyta (Farnpflanzen)
Methodenregister, 43 Seiten
Literatur, 2 Seiten
Pflanzenverzeichnis, 6 Seiten
Sachverzeichnis, 12 Seiten
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Pflanzenleben
Anton Kerner von Marilaun
Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1896
2. Auflage
Band 1:
766 Seiten und 249 Abbildungen
Band 2:
778 Seiten und 263 Abbildungen
Halbleder
ISBN: -/-
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
In der ersten Auflage 1890 erschienen, ist das zweibändige Werk Pflanzenleben von Anton Kerner nur wenig jünger wie die Erstausgabe von Haber- lands
Physiologischer Pflanzenanatomie von 1884. Die vorliegende 2. Auflage wurde stark überarbeitet und erweitert und ist 1896 erschienen.
Der erste Band trägt den Untertitel "Gestalt und Leben der Pflanzen" und beschäftigt sich in den Kapiteln
- Das Lebendige in der Pflanze
- Die Aufnahme der Nahrung
- Die Leitung der Nahrung
- Die Bildung organischer Stoffe aus der aufgenommenen unorganischen Nahrung
- Die Wandlung und Wanderung der Stoffe
- Wachstum und Aufbau der Pflanze
- Die Pflanzengestalten als vollendete Bauwerke
mit der Physiologie und der Anatomie der Pflanzen allgemein.
Der zweite Band mit dem Untertitel "Geschichte der Pflanzen" und geht in den Kapiteln
- Geschichte der Pflanzenindividuen
- Geschichte der Arten
- Die Pflanze und der Mensch
auf den Lebenszyklus der Pflanzen, die Entwicklung der Arten und die Nutzung der Pflanzen durch den Menschen ein.
Dabei ist das Werk natürlich ein Kind seiner Zeit und stellt den damaligen Wissensstand dar. So waren die genauen Abläufe der Photosynthese noch nicht bekannt, das Thema wird somit im damals aktuellen Stand der Forschung beschrieben. Auch ist die im zweiten Band vorgenommene taxonomische Einordnung und Benennung der Arten heute oft nicht mehr korrekt. Interessant auch, dass sich das dritte Kapitel des zweiten Bandes neben den Nutzpflanzen und Pflanzen in Gärten auch mit Pflanzen "als Schmuck und Zierat" sowie mit der "Pflanze als Motiv in der Kunst" befasst - Themen, die man in einer aktuellen Ausgabe z.B. des Strasburger zu Recht nicht erwarten würde.
Somit als Lehrbuch veraltet, bietet die beiden Bände aber ein Fenster zum Wissensstand des ausgehenden 19. Jahrhunderts und sind ein schönes Beispiel für den Stil der wissenschaftlichen Literatur dieser Zeit. Wer also Interesse an einem solchen Einblick hat, ist hier gut bedient. Zumal die Bücher mit Farbtafeln, Holzschnitten und Zeichnungen sehr schön ausgestattet sind. Einen kleinen Eindruck dazu bietet die folgende Galerie mit Bildern einiger Seiten aus beiden Bänden.
Die Bücher sind antiquarisch noch recht gut erhältlich, allerdings zu variierenden Preisen.
Einige Beispiele zur Aufmachung von Anton Kerners Pflanzenleben
Physiologische Pflanzenanatomie
Gottlieb Haberlandt
Verlag von Wilhelm Engelmann 1924
6. Auflage
671 Seiten und 295 Abbildungen
Leinenbindung
ISBN: -/-
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
In seinem Buch "Physiologische Pflanzenanatomie", das in der ersten Auflage 1884 erschienen ist, hat Gottlieb Haberlandt erstmalig die Anatomie der Pflanzen vor dem Hintergrund ihrer Lebensfunktionen und Stoffwechselvorgänge beschrieben. Es wurde von ihm über 40 Jahre in 6 Auflagen ständig verbessert und erweitert, er hat es jedoch nicht mehr geschafft, eine zusammenhängende Darstellung der physiologischen Anatomie der pflanzlichen Fortpflanzungsorgane einzubringen.
Mit seiner vom damaligen Mainstream abweichenden Darstellungsform stand er z.B. im Widerspruch zu Eduardt Strasburger, der 1894 in erster Auflage das bekannte "Lehrbuch der Botanik" veröffentlichte.
Walter Eschrich deckt mit seiner
"Funktionellen Pflanzenanatomie" den Inhalt von Haberlandts Werk in moderner Form und zeitgemäßer Didaktik sehr gut ab, das "Original" bietet jedoch die Gelegenheit, den Stil der Lehrbücher in der Zeit um 1900 an einem damals hochaktuellen Thema zu erleben und bietet somit Lesevergnügen für viele lange Stunden.
Das Buch ist heute leider recht selten im Handel. Wer es in einem Antiquariat in gutem Zustand zu einem tragbaren Preis entdeckt, sollte bedenkenlos zugreifen.
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Plant Anatomy
James D. Mauseth
The Benjamin/Cummings Publishing Company, INC.
1. Auflage, 1988
560 Seiten und zahlreiche sw Abbildungen
gebunden
ISBN: 0-8053-4570-1
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Plant Anatomy von James D. Mauseth ist ein etwas älteres englischsprachiges Lehrbuch, das sich an Studenten der Biologie richtet. Es greift wie der
Eschrich den Ansatz von
Haberlandt auf und stellt die Verbindung der organischen Strukturen einer Pflanze als dynamische Anpassung an die Umgebungs- bedingungen dar, in der die Pflanze gedeiht. Das Buch regt mit der Idee, dass die Spekulation über die Funktion gefundener anatomischer Details mit anschließender experimenteller Überprüfung integraler Bestandteil des Ver- ständnisses der Pflanzenanatomie ist, zu eigenen Nachforschungen an.
Eignen sich die Kapiteleinführungen noch zum genüsslichen Lesen, sind die einzelnen erläuternden Abschnitte zu spezifischen Gewebetypen kürzer und prägnant gefasst. Gut: Referenzen auf weiterführende Literatur erscheinen direkt im Text.
Zur Erläuterung finden sich im Buch zahlreiche sw-Abbildungen in Form be- schrifteter mikroskopischer Schnitte, EM-Aufnahmen oder Diagramme.
Mit seiner umfassenden Darstellung der Pflanzengewebe im Laufe des Wachstums der Pflanzen eine echte Empfehlung für jeden, der Interesse am tieferen Verständnis der Pflanzenanatomie hegt und für den die englische Sprache keine Hürde darstellt. Leider nur noch antiquarisch erhältlich.
Aus dem Inhalt:
1 Introiduction
Part I: Subcellular Anatomy
2 The Cell
Part II: Simple Tissues
3 Parenchyma
4 Collenchyma
5 Sclerenchyma
Part III: Complex Tissues
6 Apical Meristems
7 Xylem
8 Phloem
9 Secretory Cells and Tissues
10 Epidermis
Part IV: The Primary Vegetative Body of the Plant
11 Stem
12 Leaf
13 Root
Part V: The secondary Body of the Plant
14 Vascular Cambium
15 Secondary Xylem
16 Secondary Phloem
17 Periderm and Bark
18 Anomalous Secondary Growth
Part VI: Tissues and Organs of Sexual Reproduction
19 Flower and Strobilus
10 Seed
21 Fruit
Vervollständigt wird der Band durch Glossar, Referenzen und einen umfangreichen Index.
Many Thanks to Michael for this extraordinary book!
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The Plant Stem - A Microscopic Aspect
Fritz H. Schweingruber / Annett Börner
Springer
1. Auflage, 2018
207 Seiten und zahlreiche Abbildungen (SW)
Hardcover
ISBN: 978-3-319-73523-8
Open Access Textbook, auch kostenlos als PDF,
dann mit farbigen Abbildungen
Vorgestellt von Jörg Weiß
The Plant Stem - A Microscopic Aspect von Fritz H. Schweingruber und Annett Börner ist ein ungewöhnliches Lehrbuch: es vermittelt seine Inhalte mit makroskopischen Aufnahmen der Eigenschaften des Pflanzensprosses kombiniert mit Fotos von Präparate, die die tatsächliche Ausprägung im mikroskopischen Schnitt zeigen. Der Text wurde dabei auf das zum Verständnis benötigte Minimum reduziert. Die wissenschaftlichen Informationen werden über die Legenden und Bildunterschriften quasi am Objekt selbst transportiert. Dabei wird der Pflanzenspross von der Zelle bis zur Versteinerung mit den unterschiedlichen anatomischen Details wichtiger Ordnungen und Famnilien tatsächlich komplett dargestellt.
The Plant Stem ist ein Open Access Book, was bedeutet, dass es neben der gedruckten Ausgabe auch als PDF Datei kostenlos unter
Creative Commons Attribution 4.0 International Licence zur Verfügung steht. Ein sehr guter Ansatz, der mich aber auch zum einzigen Kritikpunkt am Buch führt: die gedruckte Version, für immerhin gut 40 Euro im Buchhandel erhältlich, hat leider nur schwarzweiße Bilder - allerdings in guter Qualität. Das ist besonders schade, da der Lehrinhalt gemäß des Konzepts des Buches ja anhand der Bilder vermittelt werden soll. Nach meiner persönlichen Einschätzung bedarf es einer guten Portion mikroskopischer Praxis, um auch anhand der Schwarzweißabbildungen die wichtigen Strukturen sicher erkennen zu können.
Die Bilder der PDF Version des Buches sind hingegen alle farbig und von wirklich guter Qualität. Alle Präparate wurden mit Astrablau und Safranin gefärbt, was den Vergleich verschiedener Strukturen oder gleicher Strukturen bei unterschiedlichen Arten leicht ermöglicht.
Von den Autoren ist das Buch für Studenten als Mittler zwischen klassischen Lehrbüchern und Praktikumsscripten gedacht, es soll aber auch in der aktiven Feldforschung einen schnellen Überblick bieten, zumal es auf mobilen Geräten überall dabei sein kann.
Eine dritte Zielgruppe ist aber nicht genannt: der (Hobby-) Mikroskopiker, der sich in Theorie und anhand eigener Präparate mit der Anatomie des Pflanzensprosses beschäftigt. Er findet hier Information und Anregung gleichermaßen. The Plant Stem darf - trotz der oben gemachten Einschränkung - in seinem Bücherregal oder auf seinem E-Reader also nicht fehlen.
Aus dem Inhalt:
1 Introduction
2 Preparation techniques
3 Morphology of the plant body - Tried and tested for 400 million years
4 Cellular composition of the plant body
5 Structure of cell walls and cell contents
6 Primary, secondary and tertiary meristems
7 Stem anatomical structures of major taxonimic units
8 Evolution of stems
9 Anatomical adaption to permanently changed einvironmental conditions
10 Anatomical adaption to temporarily changed environmental conditions
11 Coexistence of algae, fungi and vascular plants
12 Wood decay
13 Fossilization, permineralization, coalification, carbonization and wet wood conservation
14 Technically altered wood products
Vervollständigt wird der Band durch Referenzen und einen umfangreichen Index.
Hier die PDF-Version zum Herunterladen (ein spezieller Reader wird nicht benötigt)
The Plant Stem - A microscopical Aspect
Download unter
Creative Commons Attribution 4.0 Internationla Licence
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The Wollemi Pine
James Woodford
The Text Publishing Company,
Melbourne Australia
2. Auflage, 2000
212 Seiten und zahlreiche Abbildungen (SW & Farbe)
broschiert
ISBN: 1-876485-48-5
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Diesmal kein Fachbuch im eigentlichen Sinne. Der Autor James Woodford beschreibt in englischer Sprache die Geschichte der Entdeckung der Wollemie (Wollemia nobilis) im Jahr 1994 und ihre Einordnung ins Pflanzenreich als lebendes Fossil der monotypischen Gattung Wollemia in der Familie der Araukariengewächse. Dabei kommen auch die beteiligten Personen nicht zu kurz.
Ein ganzes Buch über die Entdeckung einer Pflanze? Dies mag ein Anzeichen dafür sein, dass nicht nur die Wollemie eine außergewöhnliche Geschichte hat, sondern auch die Umstände ihrer Entdeckung eine gute Geschichte abgeben. Für den botanisch interessierten Leser mit einem Faible für Australien auf jeden Fall lesenswert!
Wer mehr zur Wollemie wissen möchte wird hier fündig:
Die Wollemie - und eine offene Frage
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Bonn und Umgebung
Führer zu naturkundlichen Exkursionen
Frahm, Froitzheim, Pretscher,
Sievers, Weddeling
Bouvier Verlag Bonn
1. Auflage 2010
167 Seiten und zahlreiche Abbildungen
Taschenbuch
ISBN: 3-416-03301-5
Vorgestellt von Jörg Weiß
Eigentlich handelt es sich hier nicht um ein Geologiebuch, sondern der Exkurionsführer beschreibt nach einer Einleitung zur Geologie, Vegetation und Tierwelt des Rheintals dreiundzwanzig Exkursionsziele zwischen Bonn und Andernach. Die meisten liegen im Rheintal, einige aber auch an Brohl und Ahr. Zu jedem Ziel gibt es Beschreibungen der dort anzutreffenden geologischen Formationen sowie der zu erwartenden Tier- und Pflanzenwelt. Auch die Anfahrt ist beschrieben und es gibt viele Übersichtskarten zur Orientierung.
Dann folgt jedoch keine Wegbeschreibung im Sinne eines geführten Rundwegs vorbei an all den Sehenswürdigkeiten. Nein, die Exkursionsteilnehmer sind aufgerufen, das jeweilige Gebiet selbständig für sich zu entdecken und Ausschau nach den beschriebenen Arten und Formationen zu halten.
Dazu bietet ein Anhang Unterstützung zum Beispiel bei der Ausrüstung und der Lokalisierung der Fundorte.
Hier kommen alle Naturinteressierten auf Ihre Kosten und natürlich finden auch Mikroskopiker hinreichend Material zum Tümpeln, Schneiden und Schleifen.
Zum Inhalt des Buches:
- Einleitung
Das Rheintal als Naturraum (12 Seiten)
- Exkursionsziele
Siebengebirge und Rodderberg (3 Ziele, 22 Seiten)
Die Rheinauen (9 Ziele, 57 Seiten)
Felsköpfe und Talhänge (9 Ziele, 43 Seiten)
Das untere Brohltal (2 Ziele, 10 Seiten)
- Anhang
Ausrüstung (6 Seiten)
Lokalisierung der Fundorte (eine Seite)
Dokumentation der Funde (eine Seite)
Links&Adressen (eine Seite)
Ergänzungen zum Buch mit
60 (!) weiteren Exkursionszielen finden Sie auf den
Seiten des Botanischen Arbeitskreises Bonn.
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Das Dietzhölzetal-Projekt
Archäometallurgische Untersuchungen zur Geschichte und Struktur der mittelalterlichen Eisengewinnung im Lahn-Dill-Gebiet (Hessen)
Albrecht Jockenhövel
Christoph Willms
Verlag Marie Leidorf GmbH Rahden/Westf.
1. Auflage 2005
616 Seiten und 601 SW-Abbildungen
Buchbindung
ISBN: 3-89646-279-2
Vorgestellt von
Prof. Holger Adelmann
Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der mittelalterlichen Eisenverhüttung im Tal der Dietzhölze und der direkt angrenzenden Gebiete im Lahn-Dill-Bergland. Allerdings werden auch wichtige prähistorische Hüttenplätze beschrieben, wie z.B. ein faszinierender keltischer Kupfer-Verhüttungsplatz aus der mittleren LaTène Zeit, der älteste bekannte Platz seiner Art in der weiteren Umgebung.
Neben der ausführlichen Dokumentation einiger aus dem Gesamt- forschungsprojekt ausgewählter Hüttenplätze enthält das Buch auch viele allgemeine Einführungen zu frühen Techniken der Metallverhüttung und des Schmelzofenbaues. Auch eine kurzer Abriss der Landesgeschichte dieses Gebietes fehlt nicht. Diese Übersichten machen es ganz besonders lesenswert für den interessierten Laien und ermöglichen das Verständnis der Funde im technologischen sowie geschichtlichen Umfeld.
Wie bei einem wissenschaftlichen Werk dieser Klasse nicht anders zu erwarten, ist ein ausführliches und relevantes Literaturverzeichnis natürlich ebenfalls enthalten.
Zielgruppe:
Primär natürlich Archäologen und Spezialisten für Archäometallurgie, sowie Montanhistoriker.
Die einfache Darstellung der Fakten sowie die generellen Einführungen zur prähistorischen und historischen Metallverhüttung machen das Buch aber auch absolut lesenswert und verständlich für den interessierten Laien.
Ausstattung:
Das Buch ist in einem sehr hochwertigen, stabilen Leineneinband gebunden und der Text ist auf säurefreiem Papier gedruckt. Die sehr zahlreichen Abbildungen und Graphiken sind kontrastreich und scharf.
Fazit:
Das Buch ist nicht nur dem Archäologen bzw. dem Spezialisten für Archäometallurgie sehr zu empfehlen, sondern auch jedem interessierten Leser, der sich über die Anfänge der Metallverhüttung im Lahn-Dill-Bergland, einem europäischen Schlüsselgebiet der Montanindustrie, informieren möchte.
Die Qualität der Ausstattung und besonders der Grafiken des Buches sind hervorragend. Es macht Spaß darin zu lesen.
Dabei ist dieses Buch keine Anleitung für Raubgrabungen sondern soll als eine exzellente Dokumentation entsprechender historischer Bodendenkmäler verstanden werden.
Zur (verantwortungsvollen) Nachsuche der historischen Metallver- hüttungsplätze lassen sich die vielen recht detaillierten Fundplatzangaben zusammen mit entsprechenden topographischen Karten gut einsetzen.
Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben: Das Buch ist im Netz nicht einfach zu bekommen, kann aber vom Buchhandel oder direkt beim Verlag bestellt werden:
www.vml.de
GeoRallye - Spurensuche zur Erdgeschichte
Wighart v. Koenigswald,
Klaus-Frank Simon
Bouvier 2007,
ISBN 978-3-416-03196-7
Vorgestellt von Dr. Horst Wörmann
Einsteiger
Das Buch enthält eine Beschreibungen von Aufschlüssen, wie sie bei der jährlichen "Georallye" des Steinmann-Instituts gezeigt werden. Dargestellt werden zahlreiche geologisch interessante Örtlichkeiten, an denen man als Laie achtlos vorbeigeht.
Spannende Ausflüge für Familien, Schüler und Studenten mit genauer Wegbeschreibung und Kartendarstellung der Fundstellen. 34 Autoren des Steinmanninstituts der Universität Bonn aus den Fachbereichen Geologie, Paläonthologie und Mineralogie beschreiben die Aufschlüsse aus der Sicht Ihrer Fächer.
Gerader auch für Lehrer öffnet sich eine Schatztruhe allgemeinverständlicher Informationen, insbesondere für den Projektunterricht in allen Schulformen.
Weitere Fakten zum Buch und zur GeoRallye selbst finden Sie auf der Homepage der GeoRallye.
Geowanderungen -
15 Routen durch das Siebengebirge
von Königswinter bis Erpel
Tourismus Siebengebirge GmbH
1. Auflage 2012,
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Das hier vorliegende Heftchen wird von der Tourismus Siebengebirge GmbH herausgegeben und enthält - der Titel sagt es schon - 15 Wandertouren mit Längen zwischen rund 3 und etwas über 11 km Länge. Der Schwierigkeitsgrad ist unterschiedlich, so sind je Wanderung in Summe zwischen 47 und 492 Höhenmeter zu überwinden.
Jede Wanderung führt zu einem geologisch interessanten Ort, darunter natürliche und künstliche Aufschlüsse (alte Steinbrüche) aber auch ein Bergwerk. Alle Routen sind auf je einer Doppelseite übersichtlich dargestellt. Dazu gehört immer ein Kartenausschnitt (leider ohne Maßstab) und eine Streckenbeschreibung, die über die Weglänge, die voraussichtliche Wanderzeit, Steigung und Gefälle (summarisch) sowie die Höhen über Normalnull des Startpunktes, des höchsten und des tiefsten Punktes informiert. Auf der gegenüberliegenden Seite findet sich eine Erläuterung zum jeweiligen Geostandort sowie Informationen zum Ausgangspunkt und dem Rundweg, den Besonderheiten des Ortes sowie Hinweise zu Infostellen. Eine ausführliche Wegbeschreibung der Routen fehlt, hier muss die Karte reichen.
Alles in Allem ein gelungenes Heft, das für einen fairen Preis von 3,80 € z.B. an der Talstation der Zahnradbahn zum Drachenfels in Königswinter erhältlich ist.
Microtectonics
Cees W. Passchier, Rudolph A.J. Trouw
Springer, 1. Auflage 1998
289 Seiten, 245 Abbildungen
ISBN 3-540-58713-6
(Aktuell: 2. Auflage 2005,
erweitert, mit CD-ROM,
366 Seiten,
ISBN 3-540-64003-7)
Vorgestellt von Dr. Horst Wörmann
Die Mikrotektonik befasst sich mit der Interpretation kleinskaliger Deformationen im Gestein, wie sie lichtmikroskopisch am Dünnschliff zu beobachten sind. Das Lehrbuch zum Thema, „Microtectonics“, ist für fortgeschrittene Geologiestudenten in Verbindung mit einem praktischen Kurs gedacht. Es setzt umfangreiche Vorkenntnisse in der Geologie voraus; in englischer Sprache verfasst, ist es nur für Geübte flüssig lesbar – insbesondere auch wegen der englischen Fachbegriffe. Wer sich aber der Mühe unterzieht, dem erschließt sich eine ganz neue Welt in der Mikroskopie.
Die Autoren haben sich bewusst für schwarz-weiß-Fotos entschieden. Die Bilder sind kontrastreich und geben die wesentlichen Informationen gut wieder. Wer je versucht hat, Dünnschliffe mit ihren extremen Helligkeitsumfang in schwarz-weiß abzubilden, wird beeindruckt sein. Außerdem machen zahlreiche Grafiken die schwierige Materie anschaulicher.
Zum Inhalt des Buches:
1. Grundlagen, allgemeine Beschreibung von Mikrostrukturen und ihre
Bedeutung in tektonischen Studien.
2. Vereinfachte, nichtmathematische Grundlagen der Rheologie
und Kinematik
3. „Mechanismen der Deformation“. Veränderung der Korngrößen-
verteilung und Deformationsmechanismen: Rekristallisation,
Zwillingsbildung, Korngrenzenwanderung.
4. bis 7.: Beispiele für häufige Mikrostrukturen: Foliationen, Scherzonen,
Porphyroblasten und –klasten.
8. Strukturen, aus denen quantitative Daten abgeleitet werden können:
„Microgauges“ für Spannung, Druck, Temperatur.
9. Andere Methoden wie Elektronenmikroskopie, Bildanalyse und
Verwendung des Universaldrehtisches, Modellversuche an kristallinem
organischen Material: Schervorgänge direkt im Mikroskop zu verfolgen!
10. Probennahme im Gelände mit korrekter Lagemarkierung, Herstellung
von Dünnschliffen, Interpretation 3-dimensionaler Strukturen anhand
eindimensionaler Schliffe
11. Übungsaufgaben mit Lösungen
12. Glossar
Das Buch ist in der Bibliothek des Steinmann-Instituts einzusehen (nicht ausleihbar!).
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Vulkane im Siebengebirge
Fünf geologische Wanderungen
Irma Schmid, Nikolaus Froitzheim
Bouvier, 2. Auflage 2010
103 Seiten im handlichen Taschenformat
ISBN 978-3-416-03197-4
Vorgestellt von Dr. Horst Wörmann
Ein kleiner Wanderführer mit Kartenmaterial, in denen die geologischen Wanderwege markiert sind (sie stimmen nicht mit den Wegen den allgemeinen Wanderkarten überein!). Von allen beschriebenen Aufschlüssen im Gelände gibt es gute Fotos mit Beschreibung der geologischen Besonderheiten - man sieht nur, was man weiß!
Beschrieben sind auch die wichtigsten Gesteine und Mineralien. In "Exkursen" gibt es unter anderem Erläuterungen zum Vulkanismus, zur Entsehung der eigentümlichen sechseckigen Basaltsäulen und zur Entstehung des Siebengebirges. Ergänzt wird das Buch durch ein ausführliches Glossar.
Ein sehr empfehlenswertes Buch für den naturwissenschaftlich interessierten Bonner (und die drumrum)!
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Atlas der normalen mikroskopischen Anatomie
Max Clara, Kurt Herschel, Helmut Ferner
Urban&Schwarzenberg, 1974
411 Seiten, 415 Abbildungen
Leinenbindung
ISBN 3-541-06331-9
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Der Atlas der normalen mikroskopischen Anatomie ist eine nach Organen geordnete Sammlung hervorragender mikroskopisch-histologischer Zeichnungen der menschlichen Anatomie die von Kurt Herschel anhand von Origi- nalpräparaten erstellt wurden. Er richtet sich an Mediziner und Studenten der Medizin und die Kapitelbezeichnungen und Fachbegriffe sind folgerichtig in lateinischer Sprache verfasst. Die Texte selbst liegen viersprachig vor: Deutsch, Englisch, Russisch und Spanisch.
Die Abbildungen der unterschiedlichen Körpergewebe sind aber auch für den interessierten Nichtmediziner ein Genuss.
In den folgenden Kapiteln sind alle menschlichen Gewebe in unterschiedlicher Gewichtung vertreten:
- Cavum oris
- Canalis alimentarius
- Apparatus respiratorius
- Apparatus urogenitalis
- Glandulae sine ductibus
- myocardium
- Vasa sanguinea
- Sanguis
- Lien
- Nodi lymphatici
- Systema osseum
- Cartilago
- Musculi sceleti
- Cutis et organa cutis
Leider ist der Atlas nur noch antiquarisch erhältlich.
Einige Beispielseiten zeigen die hervorragende Qualität der gezeichneten Abbildungen
Mikroskopischer Farbatlas pflanzlicher Drogen
Bettina Rahfeld
Spektrum Akademischer Verlag, 2009
307 Seiten, zahlreiche Fotografien
gebunden
ISBN 978-3-8274-1951-4
Vorgestellt von Mila Gräper-Noll
Ein wunderbares Buch für alle diejenigen, die schon immer wissen wollten, wie die Bestandteile eines Kräutertees unter dem Mikroskop aussehen. Der Mikroskopische Farbatlas beinhaltet über 140 doppelseitige Beschreibungen zu getrockneten Heilpflanzen (Drogen). Die Drogen werden nach dem jeweils verwendeten Organ präsentiert:
- Frucht-Drogen
- Samen-Drogen
- Wurzel-Drogen
- Rhizom-Drogen
- Rinden-Drogen
- Sonstige Drogen (z.B. Tang, Sandelholz)
Auf der jeweils linken Seite werden zu jeder Droge die Stammpflanze(n) und Familie genannt, es folgt eine makroskopische Abbildung inklusive der Beschreibung der jeweiligen Drogenbestandteile. Die Inhaltsstoffe werden ebenfalls erwähnt. Anschließend erfolgt die Beschreibung der mikroskopisch wichtigen Merkmale. Auf der rechten Seite werden Fotos mit diesen Merkmalen gezeigt.
Ein kurzes Kapitel beschäftigt sich mit den Basisfärbungen für mikroskopische Untersuchungen. Das schnelle Nachschlagen der verwendeten Fachbegriffe erleichtert ein Glossar am Ende des Buches. Die inneren Umschlagseiten zeigen schematische Übersichtszeichnungen zu den Organen und den darin vorkommenden Geweben.
Das Schöne an diesem Buch ist, dass die mikroskopischen Merkmale der Drogen hier als Farbfotos gezeigt werden und diese Abbildungen das wiedergeben, was der Betrachter beim Blick durch das Mikroskop sieht. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber Büchern, in denen die Merkmale nur anhand von Zeichnungen dargestellt werden und eine große Erleichterung sowohl für den interessierten Laien als auch bei der Verwendung in der Ausbildung.
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Das Leben im Wassertropfen
Mikroflora und Mikrofauna des Süßwassers
Ein Bestimmungsbuch
Heinz Streble und Dieter Krauter
Kosmos 2006, 10. Auflage
(Aktuell: 11.Auflage)
429 Seiten, zahlreiche Abbildungen
gebunden
ISBN 3-44-010807-4
(Aktuelle Auflage: 3-44-011966-1)
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Das Buch von Streble und Krauter erlaubt anhand von unzähligen Zeichnungen die Bestimmung der häufigsten Lebewesen der europäischen Mikroflora und -fauna.
Damit ist es kein Bestimmungsschlüssel im klassischen Sinne, sondern die einzelnen Arten werden - in Kapiteln klassifiziert - jeweils mit einem kurzen Text und einer Zeichnung vorgestellt. Damit besteht auf der einen Seite unweigerlich eine höhere Unsicherheit bei der Bestimmung, andererseits ist das Werk für jedermann ohne tieferes Vorwissen nutzbar.
Der Inhalt gliedert sich wie folgt:
- Einleitung
- Planktonfischen
- Kulturen
- Narkose, Fixierung, Färbung
- Einige kurze Anmerkungen zum Arbeitsgerät (Mikroskop und Kamera)
- Wassergüteklassen, Saprobiesysteme, Thropiestufen
- Systematik
- Beschreibungen zur Anatomie und Lebensweise von Kleinlebewesen nach Gruppen
- Bestimmungsteil nach Gruppen oder Stämmen
- Farbfototafeln
- Güteklassifizierung von Gewässern
- Literaturhinweise, Erläuterung von Fachausdrücken und Register
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Der Kosmos Algenführer
Süßwasseralgen unter dem Mikroskop
Ein Bestimmungsbuch
Linne von Berg, Hoef-Emden, Marin & Melkonian
Kosmos 2012, 2. Auflage
366 Seiten, zahlreiche Abbildungen
gebunden
ISBN 978-3-440-13173-2
Vorgestellt von Jörg Weiß
Während sich der bekannte "
Wassertropfen" mit der Flora und Fauna im europäischen Süßwasser befasst und anhand vieler Zeichnungen eine Bestimmung bis auf die Art erlaubt, beschränkt sich der Kosmos Algenführer bewusst auf 150 Gattungen häufiger oder wichtiger Süßwasseralgen.
Die Bestimmung erfolgt in zwei Stufen anhand farbiger Schlüssel mit Typzeichnungen. Im Beschreibungsteil folgen dann die einzelnen Gattungen jeweils auf einer Doppelseite. Links findet sich ein beschreibender Text, der die wichtigsten Informationen zur jeweiligen Gattung und oft auch Zeichnungen enthält und rechts eine Gruppe von Mikroaufnahmen, die in aller Regel verschiedene Arten der beschriebenen Gattung zeigen.
Zur Qualität dieser Mikroaufnahmen ist an anderer Stelle schon vieles gesagt und geschrieben worden. Meine persönliche Meinung ist, dass Aufnahmen im Hellfeld statt des verwendeten
DIK wohl dienlicher gewesen wären. Andererseits gibt es kein ähnliches Werk, das auch für den Laien besser zur Bestimmung der ausgewählten Gattungen europäischer Süßwasseralgen geeignet ist. Eine Bestimmung bis auf die Art ist nicht vorgesehen.
Interessant: es gibt auch ein Kapitel, das sich mit dem Ansatz und der Pflege von Algenkulturen befasst.
Der Inhalt gliedert sich wie folgt:
- Einführung (26 Seiten)
Zu diesem Buch; Was sind Algen?; Wo finde ich Algen?; Wie sammle und bestimme ich Algen?; Bedeutung der Algen; Algenforschung; Die Kultur von Algen
- Graphischer Bestimmungsschlüssel (18 Seiten)
Der zweistufige Schlüssel
- Abbildungen und Beschreibungen der Gattungen (300 Seiten)
Erläuterungen zu den 150 ausgewählten Gattungen
- Anhang (10 Seiten)
Systematische Liste der Gattungen; Verzeichnis der Themenboxen; Glossar
- Literaturverzeichnis (2 Seiten)
- Register (6 Seiten)
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Diatomeen
Päule Heck
Selbstverlag, 2011
141 Seiten, Bildband
broschiert
Vorgestellt von Jörg Weiß
Den Lesern unserer Seite ist Päule Heck schon als Fotograf der meisterhaften Diatomeen- und Radiolarienbilder in unserer
Galerie Diatomeen und Radiolarien bekannt. Nun hat er seine Arbeiten im Eigenverlag in einem broschierten Bildband herausgebracht. Auf 141 Seiten findet man hervorragende Aufnahmen von 283 fossilen und rezenten Diatomeenarten aus den unterschiedlichsten Herkunftsgebieten.
Um die notwendige Schärfe über die gesamte Diatomee zu erreichen, bestehen die Bilder aus bis zu 120 Einzelaufnahmen, die mit Helicon Focus gestapelt wurden. Entstanden sind die Aufnahmen auf einem Zeiss Amplival mit einer Canon EOS 550D.
Die Präparate stammen von Dr. Ralf Nötzel, Helmut Ullrich, Dominique Prades, Peter Höbel und Anke Korth.
Die Arten sind nach ihren wissenschaftlichen Namen alphabetisch angeordnet und in einem Register aufgeführt. So kann der Bildband nicht nur mit den wunderschönen Aufnahmen erfreuen, sondern auch als kleine Hilfe bei der Bestimmung eigener Funde dienen.
Wenn Sie Interesse an dem vorliegenden Buch haben, kontaktieren Sie uns bitte unter
info(at)mikroskopie-bonn.de. Wir stellen dann gerne den Kontakt zum Autor her.
Ein Blick ins Buch
Diatomées de la collection de Jean Peynichou
Päule Heck
Selbstverlag, 2019
182 Seiten, Bildband
gebunden
Vorgestellt von Jörg Weiß
Der dritte Band von Päule Heck! Diesmal geht es um die Diatomeen aus aller Welt, auf die der Autor dank der umfangreichen Sammlung von Jean Peynichou Zugriff hatte.
Zum Buch selbst lasse ich den Autor zu Wort kommen:
Liebe Diatomeenfreunde,
nach über zweijähriger Arbeit ist mein Buch über die Sammlung von Jean Peynichou aus dem französischen Forum fertig und kann bestellt werden. Es soll 88,00 Euro (+5 Euro Hermes-Versand für Deutschland) kosten. Es hat DinA4-Größe und beinhaltet auf 182 Seiten ca. 660 unterschiedliche Spezies aus aller Welt. Das Buch ist wie meine bisherigen Bücher in Kunstleder mit Goldaufdruck gebunden (siehe Fotos). Es ist komplett in französischer Sprache verfasst, aber da die Namen der Diatomeen international und auch die Angaben über die Herkunft leicht nachvollziehbar sind, dürfte eigentlich niemand damit Probleme haben.
Herzliche Grüße
Päule
Wenn Sie Interesse an dem vorliegenden Buch haben, kontaktieren Sie uns bitte unter
info(at)mikroskopie-bonn.de. Wir stellen dann gerne den Kontakt zum Autor her.
Ein Blick ins Buch
Die fossilen Diatomeen Oamarus
Päule Heck
Selbstverlag, 2015
177 Seiten, Bildband
gebunden
Vorgestellt von Jörg Weiß
Der zweite Band von Päule Heck! Diesmal geht es um die Diatomeen aus den berühmten Fundstätten rund um den kleinen neuseeländischen Ort Oamaru, auf die der Autor dank der umfangreichen Sammlung von Bernard Hartley und Nigel Charles Zugriff hatte. Am besten erläutert das Vorwort des Buches, was Sie im Inneren erwartet:
Vorwort
Als Nigel Charles - unter Diatomisten weltweit bekannt durch seine Homepage über die Diatomeen Oamarus (http://www.oamarudiatoms.co.uk/) - 2014 beschloss, seine umfangreiche Sammlung von Diatomeenpräparaten nebst zahlreichen Proben in jüngere Hände zu geben, fand er in Anne Gleich eine dankbare Abnehmerin, die bereit war, seine Arbeit fortzuführen. Ich hatte das Glück, bei der Übergabe in Kaiserslautern dabei sein zu können und dadurch Nigel Charles persönlich kennenzulernen. Nigel brachte außerdem eine weitere Sammlung seines 2002 verstorbenen Diatomeenfreundes Bernard Hartley mit, die ca.1300 Einzelpräparate verschiedener Fundorte in Oamaru umfasst (einige dieser Diatomeen stammen aus einer früheren Sammlung von A. J. Doig und waren als trockene Auftragungen konserviert). Es entstand die Idee, aus beiden Sammlungen ein Fotobuch zu erstellen, einmal um diese außergewöhnlichen Sammlungen fotografisch zu dokumentieren, und zum anderen als Bestimmungshilfe für Mikroskopiker, die sich mit Diatomeen aus Oamaru beschäftigen.
Bernard Hartley hatte seine Präparate zunächst selbst angefertigt, war aber, als sein Sehvermögen im Alter nachließ, gezwungen, diese Arbeit seinem Freund Klaus-Dieter Kemp zu überlassen. Bei den Präparaten von Nigel Charles handelt es sich hingegen ausschließlich um Arbeiten von Klaus-Dieter Kemp, der jeweils fünf Diatomeen pro Objektträger gelegt hat (was immerhin die stattliche Anzahl von über 6000 Diatomeen ergibt).
In monatelanger Arbeit konnte ich etwa 520 unterschiedliche Spezies aus beiden Sammlungen fotografieren und zu diesem Buch zusammenstellen. Nicht alle Aufnahmen haben die von mir gewünschte Qualität, was v. a. dem Alter mancher Präparate geschuldet sein mag. Um möglichst viele Arten vorstellen zu können, habe ich zudem einige Fotos hinzugefügt, die ich früher von Präparaten von Dr. Ralf Nötzel gemacht und schon in meinen vorherigen Büchern gezeigt habe. In einigen Zweifelsfällen bezüglich der Determinierung der Arten konnte mir Dr. Jakub Witkowski von der Universität in Szczecin (Polen) weiterhelfen, wofür ich ihm herzlich danke.
Alle Aufnahmen entstanden im Hellfeld - teils mit schiefer Beleuchtung - an einem Zeiss Amplival mit einer digitalen Kamera Canon EOS 500D. Zeitweise waren für ein Bild bis zu 120 Aufnahmen nötig (um alle Beobachtungsebenen scharf abzubilden), die anschließend digital mit dem Computerprogramm Helicon Focus zu einem einzigen Bild "gestapelt" wurden. Dann erfolgte noch eine Nachbearbeitung mit Photoshop (Reinigung des Hintergrundes, Verstärkung des Kontrastes, Farbwahl und Einfügen eines Maßbalkens).
Trotz intensiver Recherchen zum Zwecke der Überprüfung und eventueller Korrektur der von N. Charles und B. Hartley vorgenommenen Determinierung ihrer Diatomeen möchte ich Fehler bei der Identifizierung nicht vollständig ausschließen. Somit erhebt das vorliegende Buch auch keinen wissenschaftlichen Anspruch. Es war mein Bestreben, die Ästhetik der Oamaru-Diatomeen aus beiden Sammlungen fotografisch ins rechte Licht zu setzen und anderen Diatomeenfreunden vorzustellen.
Siegen, den 20. August 2015
Paul-Rainer („Päule“) Heck
Wenn Sie Interesse an dem vorliegenden Buch haben, kontaktieren Sie uns bitte unter
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Ein Blick ins Buch
Foraminiferen -
Ein Katalog typischer Formen
Wilfried Rönnfeld
Selbstverlag, 2008
146 Seiten
broschiert
Vorgestellt von Jörg Weiß
Foraminiferen sind ein weites Feld, es gab sie bereits vor rund 550 Millionen Jahren und sie existieren noch heute mit vielen unterschiedlichen Formen in allen Meeren der Welt. Wo da anfangen?
Die einzelligen Organismen werden anhand ihrer oft mehrkammerigen Gehäuse bestimmt, die sie zum Schutz ihres Plasmakörpers selbst erstellen. Diese Gehäuse haben die Jahrmillionen als Fossilien überdauert und man findet sie natürlich auch lebendig in den Planktonnetzen beim Foraminiferen-Fischen im Meer. Auch am Spülsaum der Strände kann man Foraminiferengehäuse antreffen.
Der Autor schreibt auf dem Klappentext seines Buches: "In diesem Katalog sind typische Formen geschickt ausgewählt und in Wort und Bild systematisch vorgestellt. Im Übrigen hilft ein Sachregister mit Erklärungen und zeigt Variationen der Gehäusemerkmale im Überblick."
Die Vorstellung der ausgewählten Arten gliedert sich mit den bentischen Klein- und Großforaminiferen und den planktischen Foraminiferen in drei Teile und in den Anhängen findet sich das schon erwähnte Sachregister gemeinsam mit einem Literaturverzeichnis, den Quellennachweisen, einem kurzen Abriss der Foraminiferenforschung und natürlich einem Inhaltsverzeichnis.
Bezugsquelle:
Der Band kann per Mail direkt bei Herrn Wilfried Rönnfeld bestellt werden (wilfried.roennfeld(at)uni-tuebingen.de) und kostet 15 Euro.
Radiolarien
Päule Heck
Selbstverlag, 2013
162 Seiten, Bildband
gebunden
Vorgestellt von Jörg Weiß
Der neue Heck ist da! Wie schon in seinem Band über
Diatomeen zeigt Päule Heck hier meisterliche Aufnahmen teilweise sehr seltener Radiolarien aus den Präparaten von Albert Elger. Aber diesmal geht es inhaltlich weit über die Abbildung der Radiolarien hinaus. Albert Elger und Dr. Rudolf Brandt haben in jahrelanger Arbeit unzählige Proben von den verschiedensten Fundorten weltweit bearbeitet, dokumentiert und wissenschaftlich beschrieben. Leider ist es aber nie zu der geplanten Veröffentlichung gekommen.
Im vorliegenden Band finden Sie nicht nur Bilder der Arten, sondern auch Replika der Originalaufzeichnungen von Rudolf Brandt sowie tabellarisch die Fotos der Präparate, die Päule Heck für seine Arbeit zur Verfügung standen.
Um die notwendige Schärfe über die gesamte Radiolarie zu erreichen, bestehen die Bilder wieder aus bis zu 120 Einzelaufnahmen, die mit Helicon Focus gestapelt wurden. Entstanden sind die Aufnahmen auf einem Zeiss Amplival mit einer Canon EOS 550D.
Die Arten sind nach dem jeweiligen Fundort und ihren wissenschaftlichen Namen alphabetisch angeordnet und in einem Register aufgeführt. So kann der Bildband nicht nur mit den wunderschönen Aufnahmen erfreuen, sondern auch als kleine Hilfe bei der Bestimmung eigener Funde dienen.
Wenn Sie Interesse an dem vorliegenden Buch haben, kontaktieren Sie uns bitte unter
info(at)mikroskopie-bonn.de. Wir stellen dann gerne den Kontakt zum Autor her.
Ein Blick ins Buch
Monograph of the Oxytrichidae; Helmut Berger
Helmut Berger
Springer, 1999
Copyright: vormals Kluwer Academic Publishers
1080 Seiten und weit über 300 Abbildungen, gebunden
ISBN 978-0-7923-5795-7 (Hardcover)
Vorgestellt von Thilo Bauer
Dieses Buch wendet sich vor allem an Spezialisten. Spezialisten unter den Spezialisten, zu denen natürlich auch einige wenige eingefleischte Hobbyisten, wie ich, gehören. Solche Spezialisten, die vor der Bestimmung von sehr speziellen Arten der Wimpertiere, vor allem der Gattungen der Hypotrichen nicht halt machen.
Hypotricha formen eine Gruppe von Ciliaten deren charakteristisches Merkmal Cirren sind, also Bündel von Wimpern, die als „Borsten“ ausgebildet sind, mit denen sie zu laufen scheinen. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Gruppe von Einzellern im deutschsprachigen Raum auch als „Lauftierchen“ bekannt ist. Die Oxytricha bilden eine der Artengruppen von Wimpertieren, die man wohl bereits besonders zahlreich in jedem klassischen Heuaufguss, Proben von Pfützen, aber auch Planktonproben aus Tümpeln und Fließgewässern unter dem Mikroskop gesehen hat. Ein bekannter Verteter ist Stylonichia mytilus. Aber mit dieser sehr großen und einfach zu bestimmenden Art hört die Bestimmung leider auch schon auf einfach zu sein. Den „Wassertropfen“ können wir getrost zur Seite legen, von hier ist keine weitere Hilfe zu erwarten.
Artenschlüssel zu Oxytrichiden sucht man im Netz vergebens, denn es sind einfach zu viele Arten. Selbst der bekannte „Ciliatenatlas“ (Foissner et al., 1991-1995) kratzt nur an der Oberfläche. Jede Art, die ich auch nur im Ansatz bestimmen wollte, trieb mich bislang fast in den Wahnsinn, weil die Arten im Ciliatenatlas nur Widersprüche ergaben. Eine eindeutige Bestimmung anhand der wenigen hier beschriebenen Arten ist schlicht unmöglich.
Mit Helmut Bergers vorliegender Monografie zu den Oxytrichiden ändert sich dies schlagartig. Der Leser erfährt einen detaillierten Einstieg in die Systematik der Oxytricha, ihr Leben und Liebesleben sozusagen. Detaillierte Artenschlüssel liefern wertvolle Hinweise zur systematischen Bestimmung. Allerdings empfiehlt es sich dass Buch mit seinen knapp 890 Seiten im Hauptteil einmal komplett quer gelesen zu haben.
Wer den Erwerb ins Auge fasst, wird wohl zunächst von einem exorbitant hohen Preis jenseits der 300 Euro für Hard- oder Softcover abgeschreckt. Hier sei ein Hinweis gegeben, der sich versteckt auf der Website von Helmut Berger selbst findet: Die digitale Ausgabe ist in zwei Teilen zu je 30 EUR auf der Website von Springer auch heute noch günstig zu erwerben. Leider fehlen einige Teile des Inhalts- und Literaturverzeichnisses. Eine freundliche Mail an Helmut Berger selbst und er wird die fehlenden Teile sicherlich auch anderen Interessenten zur Verfügung stellen.
Einmal auf den Geschmack gekommen, wird man sicherlich an den übrigen drei Monografien leider nicht vorbei kommen. Richtig gelesen: Es gibt leider noch sehr viel mehr Arten in drei weiteren Bänden mit kaum weniger Seiten. Auf den angekündigten fünften Band zu den Euplotes dürfen wir gespannt sein.
Paramecium
Hans-Dieter Görtz (Editor)
Springer Verlag
Reprint der 1. Ausgabe von 1988,
472 Seiten, Paperback
ISBN: 978-3642730887
Vorgestellt von Thilo Bauer
Das berühmte „Pantoffeltier“: Zugeben auch ich war bereits als Schüler der Faszination dieses Organismus erlegen. Doch auch ich musste feststellen, dass man es nicht im Heuaufguss findet. Gefunden habe ich Paramecium spec. nun in einem Aquarium. So musste ein Buch her, dass verlässlichere Informationen bietet.
Die Monografie ist ein wahrer Fundus für den im Speziellen am Pantoffeltier interessierten Mikroskopiker. Wie ist die Zelle aufgebaut? Welche Funktion haben die einzelnen Organellen? Wie viele Mitochondrien enthält eine Zelle von Paramecium? Leben, Vermehrung und Alterung der Zellen. Parasiten und Symbionten und sogar Killer Paramecium soll es geben. Die Kapitelstruktur ist gut gegliedert und bietet neben dem Index schnellen Zugriff auf solche Fragen und die entsprechenden Antworten. Vieles des am Modellorganismus Para- mecium dargestellten Fachwissens lässt sich auch auf andere Protozoen übertragen. Allerdings erfährt man auch, dass Zellkerne von Paramecium zu keinem Zeitpunkt Chromosomen zeigen, im Gegensatz zu manch anderer Art der Wimpertierchen. Was auch immer der versierte Mikroskopiker über diesen liebenswerten Organismus wissen wollte, aber nie zu fragen wagte, im GÖRTZ wird er es sicher finden.
Das Lesen der Monografie setzt gute Englischkenntnisse und eine gewisses, biologisches Grundwissen und Verständnis voraus. Dabei ist der Bio Leistungskurs nicht schädlich. Allerdings stelle ich auch fest, dass eben jene Fachkenntnisse auch beim Selbststudium des Buches erworben werden können. Ebenso empfehlen kann ich den zahlreichen Literaturhinweisen auf „scholar.google.de“ nachzugehen, insbesondere auch den Originalarbeiten von von Sonneborn, einem ebenso wichtigen Paramecium Papst. Lesenswert ist das Buch allemal. Es ist ein Buch, das weiterhin auf der Höhe der Zeit ist. Es sollte in keinem Bücherregal des fortgeschrittenen Tümplers fehlen.
Kapitelübersicht:
1. Introduction
2. Cytology
3. The Species Concept and Breeding Systems
4. Mating-Type Inheritance
5. Conjugation
6. Mating-Types Substances
7. The Cell Cycle and Regulation of Cell Mass and Macronuclear DNA Content
8. Nuclear Dimorphism and Function
9. Aging
10. Organization and Expression of the Nuclear Genome
11. Immobilization Antigens
12. Mitochondria
13. Electrophysiology
14. Motor Control of the Cilia
15. A Genetic Dissection of Ion-Channel Functions
16. Biochemistry of Cilia
17. Behavioral Genetics in P. caudatum
18. Chemokinesis
19. The Lysosome System
20. Exocytosis: Biogenesis, Transport and Secretion of Trichocysts
21. The Cytoskeleton
22. Endocytobiosis
23. Endosymbionts of Killer Paramecia
24. Ecology
Index
Taxonomische und ökologische Revision der Ciliaten des Saprobiensystems
W. Foissner, H. Berger, H. Blatterer, F. Kohmann
Herausgeber: Bayer. Landesamt für Wasserwirtschaft
In vier Bänden:
Band I: Cyrtophorida, Oligotrichida, Hypotrichida, Colpodea (1991)
Band II: Peritrichia, Heterotrichida, Odontostomatida (1992)
Band III: Hymenostomata, Prostomatida, Nassulida (1994)
Band IV: Gymnostomatea, Loxodes, Suctoria (1995)
Umfang: insgesamt ca. 900 Seiten, 3407 Abbildungen
Online:
http://www.wfoissner.at/publications.htm
Vorgestellt von Thilo Bauer
Der „Ciliatenatlas“ ist wohl eines der bekanntesten Standardwerke im deutschsprachigen Raum. Wenngleich man den Eindruck hat, dass einige frühere Standardwerke wie Corliss etwas in den Hintergrund treten. Prof. Wilhelm Foissner hat hier wohl bereits einen guten Teil seines Lebenswerk manifestiert, noch lange bevor sich die stattliche Anzahl von weit über 700 Einzelpublikationen in der wissenschaftlichen Literatur bis heute niedergeschlagen hat. Der Ciliatenatlas, wie er auch genannt wird, beschreibt zwar lediglich knapp 140 Arten, geht jedoch auch auf die Verwechslung mit anderen, ähnlichen Arten ein. Insgesamt liefert die einmalige Kombination von Zeichnungen nach früheren Standardwerken, lichtmikroskopischen Fotografien und Aufnahmen mit dem Elektronenmikroskop wohl eine neue und auch räumliche Vorstellung von den Wimpertieren. So helfen insbesondere die Aufnahmen mit dem Raster-Elektronenmikroskop bei der Interpretation des Gesehenen im Lichtmikroskop. Weiterhin einzigartig ist die Ergänzung einer bereits von Corliss gebrauchten Darstellung mittels verschiedener Methoden der Versilberung der Einzeller. Dabei werden bestimmte Strukturen der Pellicula (Zellwand) herausgearbeitet, die bei verschiedenen Arten selbst innerhalb der gleichen Gattungen ähnlich sind, jedoch im Detail verschieden bleiben. Heute weiß man, dass es sich um bestimmte Proteine handelt, die die Wimperfelder und Anordnung der inneren Organellen unter der Zellmembran begleiten.
Als alleiniges Standardwerk wird einen der Ciliatenatlas zu den wichtigsten und häufigeren Arten im nördlichen Europa geleiten. Ohne weitere Standardwerke wie dem Kahl und tiefere Recherche in Einzelpublikationen wird man jedoch auch hier in vielen Fällen nicht bis auf die Art herunter gelangen und eventuell sogar einem Irrtum erliegen. Jedoch ist der Ciliatenatlas mit den modernen Abbildungen und wichtigen Einstufungen zur Ökologie der Arten die erste Wahl als primäre Orientierungshilfe und auch zur Einstufung eines Fundort-Gewässers.
Fazit: Absolutes Muss, unbedingt empfehlenswert. Augen auf und zuerst in den Ciliatenatlas geschaut. Der zweite Blick in die Beschreibungen sollte zu Kahl führen. Von hier führt unter Umständen erst die Recherche nach Einzelpublikationen bei einschlägigen Internetdiensten wie
scholar.google.de,
deepdyve.com oder
researchgate.com, bis zur Art weiter.
The Ciliated Protozoa: Characterization, Classification, and Guide to the Literature
John O. Corliss
Pergamon Press
1961
310 Seiten, Hardcover
antiquarisch, aktuellere Ausgaben vorhanden
Vorgestellt von Thilo Bauer
Für Liebhaber der bewimperten Einzeller, den Ciliaten, ist dieses Standardwerk ein absolutes Muss. Vorab möchte ich einige Worte über die Weise verlieren, wie man an solche Werke gelangen kann: Nutzer der Plattform researchgate.net haben oder hatten eventuell das Vergnügen (gehabt) eine gescannte Neuauflage von 1979 kostenlos zu ergattern, deren einziger Makel eine schwarz gescannte Seite war. Der Scan hatte mich verleitet, die noch ältere, gedruckte Ausgabe zu erwerben. Mein Exemplar habe ich für kleines Geld als ausgemusterte Originalausgabe eines College aus Maryland (USA) über einen einschlägigen Online Händler erworben. Erster Eindruck: Der Zustand des Buches war dem Alter entsprechend erstklassig. Kosten: 25 EUR, inclusive Versand aus USA.
Schon die ersten Seiten des Corliss haben bemerkenswerten historischen Bezug, zeigen Sie doch seltene Fotografien der beiden bekannten Ciliaten Forscher Alfred Kahl und Emmanuel Fauré-Fremiet. Auf sehr hohem Niveau lieferte Corliss bereits in den 1960er Jahren einen gut gegliederten Überblick und ein ordentlich aufgemachtes, modernes Klassifikationsschema zur Bestimmung der Arten der bewimperten Einzeller. Da das Buch sehr kompakt ist, eignet es sich sogar als Wochenend-Lektüre um sich einen praktisch vollständigen Überblick über die einzelnen Familien und Gattungen zu verschaffen. Freilich kann ein einzelnes Werk mit knapp 300 Seiten und nur wenigen Abbildungen (Zeichnungen) keine Artbestimmung ersetzen oder gar einen vollständigen Überblick liefern. Corliss gibt nur einen Überblick über die Gattungen und überlässt dem Leser die genaue Bestimmung anhand der weiterführenden Speziallektüre. Die wichtigsten Gruppen sind in diesem Buch erfasst und so sollte es kein Problem sein, anhand des mikroskopischen Bildes erste Anhaltspunkte zu finden, um welche Arten es sich handeln könnte. Wenige Zeichnungen von hoher Qualität geben einen ersten Eindruck in welche Richtung man weiterhin recherchieren müsste.
Aus der Perspektive eines Laien ist dieses Buch eine gute Ergänzung zum Kahls vierbändigem Werk oder dem „Ciliatenatlas“ von Foissner et al. Als Einsteigerwerk ist es hingegen weniger zu empfehlen.
Fazit: Für Liebhaber und Spezialisten unbedingt zu empfehlen. Das Werk ist etwas spezieller und heute eigentlich nur als Ergänzung zu Kahl und Foissner zu empfehlen, gehört jedoch unbedingt ins Regal des hobbymäßgen Ciliaten-Forschers. Natürlich bietet die spätere Ausgabe Leckerbissen wie REM Aufnahmen, hat jedoch nicht diesen historischen Bezug wie die vorliegende Ausgabe von 1961, welche quasi eine Brücke zwischen den herausragenden Ergebnissen der frühen Größen der Forschung und der Neuzeit schlägt. Nebenbei sei bemerkt, dass Alfred Kahl wie viele der hier mitlesenden Mikroskopiker ein Amateur war.
Urtiere oder Protozoa: Wimpertiere oder Ciliata (Infusoria)
Alfred Kahl, Herausgeber: Friedrich Dahl
Verlag Gustav Fischer
In vier Bänden:
Band 1: Allgemeiner Teil und Prostomata (1930)
Band 2: Holotricha (1931)
Band 3: Spirotricha (1932)
Band 4: Peritricha und Chonotricha (1935)
Online:
https://www.archive.org
Deeplink:
https://www.archive.org/search.php?query=kahl%20urtiere
Vorgestellt von Thilo Bauer
Wer sich mit der Bestimmung der Wimpertiere beschäftigen möchte kommt am „Kahl“ nicht vorbei. Kahl bietet das wohl umfangreichste Standardwerk zur Bestimmung der Wimpertiere mit über 3.000 Einzelabbildungen und Beschreibungen verschiedener Arten. Die gute Nachricht: Der Kahl ist heute kostenfrei und online als Download für Jedermann/-frau zu haben und zwar bei der Plattform archive.org. Wer die Online Ausgabe sein Eigen nennt, wird sicher schon bald auf der Jagd nach den gedruckten Ausgaben sein. Diese sind gelegentlich als ungeschnittene Probeexemplare günstig angeboten, müssen jedoch in dieser Form erst von einer guten Buchbinderei in Form gebracht werden. Ich hatte diese Variante bevorzugt, nicht wegen des Preises, sondern weil ich eine gute Bonner Buchbinderei kannte und so an eine einheitliche gebundene Ausgabe gerit die nun sauber gebunden im Regal steht. Bereits gebundene Ausgaben und Einzelexemplare sind meist teurer und manchmal mit anderen Büchern zusammen gebunden.
Zwar beharrt Alfred Kahl hartnäckig auf einer längst überkommenen Bezeichnung der Einzeller und benennt sie weiterhin „Infusorien“, einen Namen, den er von Ledermüller (1763) übernimmt. Selbst die Bezeichnung Ciliata (Perty) gilt heute als überholt, heißen sie doch neuerdings Ciliophora. Doch tut diese Ungenauigkeit der Aktualität dieses Standardwerks trotz seines Alters keinen Abbruch. Ebenfalls irrelevant ist der Umstand, dass die Gattungen und Arten längst neu geordnet sind und die Neuordnung der Klassifikationsschemata nicht erst seit der Nutzung von DNA Analysen stetiger Änderung unterliegt. Noch immer harren viele der von Kahl beschriebenen Arten einer neuerlichen und genaueren Wiederbeschreibung. Einige der von Kahl beschriebenen Arten der Ordnung Paramecium wurden noch 1953 als fragwürdig eingestuft. Dennoch wurden und werden diese Arten kurz darauf und bis in die Neuzeit wieder beschreiben. Man muss allerdings auch aus heutiger Perspektive konstatieren „was immer wir heute für die damals beschriebenen Arten halten“. So wurde erst im Jahre 2012 die bereits von Kahl beschriebene Art Paramecium ((Viridoparamecium nov. subgen.) chlorelligerum Martin Kreutz wieder entdeckt und mit Methoden der DNA Analyse neu beschrieben (Kreutz, Stoeck und Foissner, 2012). Ein etwas genauerer Blick auf die gefundenen Wimpertiere und in den Kahl lohnt also immer.
Dem Kahl liegt ein etwas gewöhnungsbedürftiger Bestimmungsschlüssel zugrunde. Er ordnet und unterteilt sich zunächst grob in die die (längst überarbeiteten) Schemata der Gattungen, die sich über alle vier Bände verteilen. Der Gebrauch des Schlüssels ist leider auch nicht von ihm erläutert und Kahl kommt sofort zur Sache. Innerhalb dieser Einteilung sind die einzelnen Arten dann nach einem Zahlenschlüssel geordnet, welches sich an charakteristischen, mit dem Mikroskop sichtbaren Merkmalen entlang hangelt. Es schadet also nicht, die vier Bände mindestens einmal quer gelesen und die Abbildungen grob verinnerlicht zu haben. Die Zeichnungen sind detailliert, jedoch bisweilen etwas ungenau. So lässt sich anhand der Zeichnungen manchmal nicht erkennen, ob die Zeichnung auf Quetsch-Präparation zurückgeht oder ein frei bewegtes Exemplar zeigt. Erst die ausführliche Beschäftigung mit den Arten und die Zuhilfenahme eines weiteren Standardwerks wird die Bestimmung mit höherer Wahrscheinlichkeit zum Ziel führen lassen. Hat man den Gebrauch aber erst einmal gelernt, was anhand zwei drei schwieriger zu bestimmender Arten sicherlich schnell der Fall ist, ist das vierbändige Werk ein relativ einfach zu handhabender und unverzichtbarer Artenschlüssel.
Fazit: Die vierbändige Lektüre ist ein absolutes Muss! Unbedingt empfehlenswert. Augen auf und auf jedes Detail geachtet!
Pilzmikroskopie
Präparation und Untersuchung von Pilzen
Bruno Erb / Walter Matheis
Kosmos Franckh, 1983
166 Seiten, 135 Abbildungen
ISBN: 3 440 05127 7
Antiquarisch
Einsteiger
Vorgestellt von Jörg Weiß
Das Kosmos Handbuch Pilzmikroskopie von Bruno Erb und Walter Matheis bietet einen kompetenten Einstieg in Präparation und Färbung von Pilzen und geht auch auf die benötigte Ausrüstung ein. Der besonders bei Sporen wichtigen Größenmessung ist ein eigenes Kapitel gewidmet und auch die einzelnen Reagenzien werden angesprochen.
Den Hauptteil des Buches gut 90 Seiten nimmt die Beschreibung der Anatomie der Pilze ein. Hier werden die einzelnen Zelltypen der Ständer- und Schlauchpilze durchgesprochen und in guten Mikroaufnahmen vorgestellt. Somit hat gerade der Einsteiger immer ein Beispiel vor Augen, wenn er im eigenen Präparat auf die Suche geht.
Diverse Register vervollständigen das Buch: hier gibt es ab Kapitel 7 eine BEschreibung des Systems der Pilze, eine Anleitung zur Pilzbestimmung, eine Erklärung der Fachausdrücke sowie ein Abkürzungs-, ein Literatur- und ein Verzeichnis der wissenschaftlichen Namen. Da darf natürlich auch ein Sachregister nicht fehlen.
Das Buch ist, obwohl von 1983, die Empfehlung zum Einstieg in die Pilzmikropskopie, aber leider nur noch antiquarisch und teils zu abenteuerlichen Preisen erhältlich.
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Mykologie
Diversität, Morphologie, Ökologie und Evolution der Pilze
Meike Piepenbring
Springer, 2022
496 Seiten
ISBN: 978 3 662 65073 8
Vorgestellt von Jörg Weiß
Der Pilz, das unbekannte Wesen ... für den, der das Buch Mykologie von Meike Piepenbring gelsen hat, nicht mehr. Auf fast 500 Seiten wird die Welt der Pilze, nach dem Motto des Untertitels des Buches, umfassend und wissenschaftlich genau vorgestellt. Dabei finden neben den Ständer- und Schlauchpilzen auch Flechten und pilzähnliche Organismen ihren Platz.
Die wichtigsten Ordnungen der Pilze werden in Bild und Text angesprochen, Dinge wie z.B. die Vermehrung der Pilze und die Verbindung zu Wirtsorganismen anschaulich erläutert und in Grafiken dargestellt. Physiologie und Chemie der Pilze finden ebenso ihren Platz.
Alles in allem ein Werk, dass dem Leser die Lebenswelt der Pilze und pilzähnlichen Organismen nahe bringt und auch auf mikroskopische Besonderheiten hinweist und somit ein breites Grundlagenwissen zur Beschäftigung mit Pilzen bietet. Somit aber auch kein Bestimmungsbuch.
Wer ernsthaft an Pilzen interessiert ist und keine einschlägige mykologische Vorbildung besitzt, ist mit diesem Buch zum Selbststudium bestens bedient.
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Trüffeln
Leitfaden zur Analyse der im Handel vorkommenden Arten
René und Thomas Flammer & Peter Reil
IHW Verlag, 2013
80 Seiten, 127 Abbildungen
ISBN: 978-930167-77-7
Vorgestellt von Jörg Weiß
Trüffelleberwurst? Trüffelpastete? Eingelegte Trüffeln im Glas? Welche Art wurde da wohl verarbeitet? Eine Frage, die sich dem interessierten Mikroskopiker sicher schon einmal gestellt hat, zumal das deutsche Lebensmittelrecht (Stand 2023) erlaubt, die Produkte nur mit Trüffeln zu kennzeichnen, ohne die konkrete Art nennen zu müssen.
Das ist z.B. in Frankreich und Italien anders: da muss die konkret verwendete Art auch angegeben werden. Und es ist geschmacklich schon ein Unterschied, ob ein teurer Perigord-Trüffel (Tuber melanosporum) verarbeitet wurde oder das Produkt seinen Geschmack aus synthetischen Aromen in Form z.B. eines Pulvers (z.B. Mushroom Truffle Flavorburst D von Givaudan) und einem deutlich billigeren China-Trüffel (Tuber indicum) bezieht.
Wenn nicht zu gehobelten Scheiben in Öl verarbeitet sind die Arten in aller Regel nicht oder nicht leicht zu unterscheiden, aber sie haben recht große und charakteristische Sporen, die eine Bestimmung erlauben.
Das Buch Trüffeln eröffnet nun die Möglichkeit zur eigenen "Trüffelsuche im Glas", da alle relevanten Arten mit den jeweiligen Merkmalen beschrieben und gegenübergestellt sind. Die Beschreibung erfolgt dabei in der Regel auf einer Doppelseite mit mikroskopischen Bildern und Zeichnungen der Sporen. Natürlich gehört auch eine Aufnahme des ganzen und angeschnittenen Trüffels dazu.
Abgerundet wird das kleine Buch mit Kapiteln zu gesetzlichen Grundlagen in verschiedenen Ländern, einer Beschreibung der verwendeten Arbeitsmethoden, der allgemeinen Beschreibung der makroskopischen und Mikroskopischen Merkmale der Trüffeln und auch artfremde Bestandteile in Trüffelprodukten kommen nicht zu kurz. Dazu kommt noch ein Kapitel zu Trüffelhandel und Betrug und natürlich einige Seiten mit grundlegenden Rezepten.
Leider ist der Band in deutscher Sprache vergriffen, aber manchmal noch in Französisch erhältlich.
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Garden of Eden
Ein Garten Eden /
Un Jardin d'Eden
Meisterwerke der botanischen Illustration
Walter Lack
Taschen Verlag, 2008
(25 Jahre Taschen)
576 Seiten, Bildband
gebunden
ISBN 978-3-83650-302-0
Vorgestellt von Jörg Weiß
Basierend auf einer Ausstellung der Österreichischen Nationalbibliothek zeigt der vorliegende Bildband von Walter Lack zum 25. Jubiläum des Taschen Verlages einen Querschnitt der botanischen Illustration von frühbyzantinischer Buchmalerei über die meisterlichen Werke wissenschaftlicher Illustratoren aus dem 18. und 19. Jahrhundert bis zu modernen Rotationsdrucken aus unseren Tagen.
Nach einem Vorwort von Hans Marten (Generaldirektor der Österreichischen Nationalbibliothek) und einer Einführung des Autors folgen in chronologischer Reihenfolge Zeichnungen aus verschiedenen Werken botanischer Illustratoren. Dabei gibt es zu jedem Werk einen einleitenden und erläuternden Text.
Die Illustrationen selbst sind größtenteils farbig, großformatig und in bester Druckqualität wiedergegeben (das Format des Bildbandes ist 32,4 x 25,8 x 4,4 cm), alle Texte liegen dreisprachig in Deutsch, Englisch und Französisch vor.
Ein großes Register zu Orten, Personen, Pflanzen (wissenschaftlicher Name) und den Quellen (Büchern, Handschriften, Plakate etc.) rundet den Band ab.
Nanowelten
Die fabelhafte Welt des Mikrokosmos
Richard Jones
Frederking & Thaler 2009
207 Seiten, Bildband
gebunden
ISBN 978-3-89405-760-2
Vorgestellt von Mila Gräper-Noll
Dieser wunderschöne Bildband in der deutschen Übersetzung von Heike Brühl präsentiert rasterelektronenmikroskopische Naturaufnahmen in 200.000-facher Vergrößerung. Das Buch besteht aus zwei Teilen: das Thema des ersten Teils heißt „Nanoform", gezeigt werden Nahaufnahmen von Einzelzellen, Schuppen, Haaren, Zungen, Falten, Pollen und Sporen, Blättern und Extrusionen.
Das Thema des zweiten Teils lautet „Nanofunktion“. Hier werden Werkzeuge, Waffen, und Sinnesorgane von Pflanzen und Tieren hinsichtlich ihrer Funktion untersucht. Es geht um Stacheln, Röhren, Klauen, Saugnäpfe, Sinnesorgane, Schwänze, Fortpflanzungsorgane, Atmung und Sporenträger.
Bei dem Buch handelt es sich um einen Bildband, aber zu den einzelnen Unterthemen gibt es jeweils eine Einführung mit Erklärungen. Ein Glossar erleichtert das Nachschlagen von Fachbegriffen. Die Graustufen der rasterelektronenmikroskopischen Aufnahmen wurden geschmackvoll und farblich passend koloriert.
Die Fotos sind spektakulär und zeigen auf wunderschöne Weise die Faszination der Natur im Miniaturmaßstab.
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Reise durch den Mikrokosmos
Brandon Broll
National Geographic Deutschland 2007
424 Seiten, Bildband
gebunden
ISBN 978-3-86690-013-4
Vorgestellt von Mila Gräper-Noll
Die Reise durch den Mikrokosmos verspricht, die Welt durchs Mikroskop zu entdecken – bei 20facher- bis 22-millionenfacher Vergrößerung. Die Bilder sind größtenteils rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen, die mit Hilfe digitaler Technik koloriert wurden. Jeweils auf der linken Seite kann der Betrachter die Überschrift zum Objekt und eine Beschreibung lesen, auch die Vergrößerung wird angegeben. Auf der rechten Seite wird das Bild präsentiert.
Gezeigt werden über 200 spektakuläre Bilder, z.B. eine Ameise mit einem Mikrochip, eine Arzneistofftransportkapsel, Zellteilungen, Sinneshaare im Ohr, Nervenfasern, ein Nanoroboter in einer Arterie, Schneekristalle und so alltägliche Dinge wie Toilettenpapier oder die Oberfläche einer CD.
Der Inhalt gliedert sich in folgende Kapitel:
Vorwort
I. Mikroorganismen
II. Botanik
III. Der menschliche Körper
IV. Zoologie
V. Mineralien
VI. Technik
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Zauberhafte Mikrowelt
Histologische Beispiele aus der Pflanzen- und Tierwelt
Gerhard Terstegge
Hachinger Verlagsgesellschaft, Oberhachingen, 2015
179 Seiten, Bildband mit Erläuterungen
broschiert
ISBN 978-3-944291-15-4
Vorgestellt von Jörg Weiß
Der Autor Gerhard Terstegge hatte bei Seiner Tätigkeit als Lehrer der Biologie am Wittekond-Gymnasium in Lübecke Zugriff auf eine fast komplette Sammlung mikroskopischer Präparate von Prof. Dr. Sigmund, die trotz ihres hohen Alters von rund 100 Jahren bestens erhalten sind. Die heutigen Möglichkeiten der Digitalfotografie erlauben es nun, die Sammlung komplett zu dokumentieren und aus diesem Projekt sind, zunächst manuell, dann mit Unterstützung der Firma Precipoint (Freising), die Bilder für das vorliegende Buch entstanden. Der größte Teil der Aufnahmen wurden im "Whole Slide Imaging" - Verfahren mit dem Digitalmikroskop M8 erstellt.
Gezeigt werden Aufnahmen und Details von insgesamt 77 Präparaten aus den Bereichen Phanerogamen (Samenpflanzen), Kryptogamen (Sporenpflanzen) sowie Mensch und Tier. Jedes Präparat wird auf mehreren Seiten ausführlich vorgestellt und die dazugehörige Biologie teils mit Rückgriff auf die Originaldokumentation der Sammlung erläutert. Makroskopische Aufnahmen unterstützen dabei das Verständnis des Präparats. Alles in Allem also deutlich mehr als ein einfacher Bildband, sondern ein Spaziergang durch die botanische und zoologische Histologie mit faszinierenden Bildern und interessanten Beschreibungen. Damit empfiehlt sich die Zauberhafte Mikrowelt nicht nur für den Mikroskopiker, sondern auch für alle Leser, die Freude daran haben, die Sehenswürdigkeiten der Welt im Kleinen mit den entsprechenden Hintergründen zu entdecken.
Der Inhalt gliedert sich in folgende Kapitel:
Geleitwort
Einleitung
I. Phanerogamen (Sahmenpflanzen) mit 24 Präparaten
II. Kryptogamen (Sporenpflanzen) mit 13 Präparaten
III. Mensch und Tier mit 33 Präparaten
Mit dem Digitalmikroskop zur Virtuellen Mikroskopie
Literatur
Worterklärungen
Index
Dank
Auf der zugehörigen Webseite
Zauberhafte Mikrowelt erhält man vorab einen Eindruck von den faszinierenden Aufnahmen und dem Aufbau des Buches, sowie vom Projektfortschritt und Ausstellungen der Bilder im Großformat.
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